Hut ab bis Strasbourg!

Das Wetter hielt sich nicht an die Vorhersage. Statt Regen morgendliche Sonnengischt über den Feldern.

Morgenhauch

Morgenhauch

Halb neun auf die Straße gegangen. Das Ziel: Strasbourg im Elsass. Ca. 32 km entfernt.

GPS-158-Scherzheim

GPS-Gesamtstrecke bis 158

Die Rheinauen von zahlreichen Kanälen durchschnitten.

Badende Wolken

Badende Wolken

Ein einarmiger Fischer stocherte unsicher durchs Wasser. Später erzählte der Pensionär mir, dass er jeden Tag mit seinem Stocherkahn unterwegs sei, nicht nur um zu fischen, er würde auch Biber kontrollieren.

Biberstocherer

Biberstocherer

Außer mir fast niemand unterwegs. Nur sehr vereinzelt ein paar Radfahrer mit ihren vollgepackten Hightech Maschinen.
Satteltaschen aufgebläht.

Ein junger hübscher Bursche radelte an mir vorbei und grüßte mich höflich. Mit einer eleganten Bewegung zog er seinen modisch kleinen Trilby Hut. Ganz nach alter Sitte.
Ich war überrascht, gar gerührt von der Respektsbezeugung. Und fragte mich gleich, worin der Sinn dieser Kavaliersgeste lag?
Zeigt man sein Haar, dann zeigt man seine Unschuld? Seine reine Absicht?
(Pech, wer eine Glatze hat.)
Warum entblößt man sein Haupt, wenn man eine Kirche betritt oder zum Gebet niederkniet?
Warum machen das Männer, aber nicht Frauen?

Ich konnte die Frage nicht klären, zumal ich auf den Feldwegen keinen Handy-Empfang hatte und nicht googeln konnte.

Maisweg

Maisweg

Die Natur färbte sich langsam herbstlich.

Fall!! Obst!!

Fall!! Obst!!

Endlich am Rhein zurück!

Route Three O Nine

Route Three O Nine

Ab jetzt ging es kilometerlang am Ufer entlang.

Horizontverengung

Horizontverengung

Uferläufer.

Horizonterweiterung

Horizonterweiterung

Wer fischt eigentlich das Treibgut aus dem Fluss?

Ausgetrieben

Ausgetrieben

Nach 26 km lag Kehl vor mir. Ein kleines Städtchen, das nicht viel zu bieten hat. Dachte ich.

Himmelsbohrer

Himmelsbohrer

Aber die Restaurants, Cafés und Kneipen rund um den Marktplatz waren voller Franzosen.

Steinerner Gast

Steinerner Gast

Ganz offensichtlich ist es in Kehl billiger als in der elsässischen Hauptstadt, die nur einen Steinwurf entfernt lag.

Das Verbindende ist der Rhein

Das Verbindende ist der Rhein

Einmal über den Rhein und schon ist man in den Außenbezirken Straßburgs.

Modern Times 1

Modern Times 1

Neue urbane Zentren entstehen in Nähe zur vielbestaunten Altstadt.

Modern Times 2

Modern Times 2

Sie brauchen die Konkurrenz nicht zu scheuen.
Das französische Gefühl für Stadtästhetik ist dem deutschen ziemlich voraus.

Wenn auch das Altstadtzentrum reichlich deutsch wirkte. Puppenstube. Samt Münster.

Alte Zeit 1

Alte Zeit 1

Dafür wurde in einigen engen Gassen das Montmartre Lebensgefühl gepflegt und kein französisches Klischee ausgelassen.

Alte Zeit 2

Alte Zeit 2

Strasbourg ist auch Disneyland.

Bei Überfüllung geöffnet

Bei Überfüllung geöffnet

Solange man in der Altstadt ist.

In der Peripherie sieht es anders aus.

Kulisse 1

Kulisse 1

In der untergehenden Abendsonne lief ich zurück nach Kehl. Die Hotel und Restaurant-Preise hatten mich über den Rhein zurückgetrieben.

Durst: Hefeweizen, 3,50 Euro.

Hunger: Maritimer Spieß mit Tintenfisch, Riesengarnelen, Lachs und ein wenig Languste. Bis auf den Tintenfisch fein gegrillt und schmackhaft.
Teuer. (Aber der Besitzer des Restaurants war ja schließlich Franzose. Trotzdem muss es selbst hier billiger sein als jenseits des Rheins. Die meisten Gäste waren ebenfalls Franzosen.)

T158-Essen-01

Morgen werde ich es testen. Dann wandere ich auf der französischen Seite weiter.

Unterkunft (Kehl): 55 Euro (mit Frühstück).