Über Gräber und Umwege nach Kessel an der Maas

Schwer war es, ihn zu finden. Keine Schilder, niemand unterwegs, den ich fragen konnte.
Der deutsche Soldatenfriedhof bei Ysselsteyn liegt gut versteckt in einem kleinen Waldgebiet.

Einige Zehntausend Wehrmachtsangehörige sind hier bestattet. Viele Kreuze namenlos.

Einer = Einer zu viel

Einer = Einer zu viel

Eine eigenartige Friedfertigkeit herrschte in diesem Ort. Eine gänzlich andere Stille als auf normalen Friedhöfen.

Warum sind Soldaten erst friedlich, wenn sie im Grab liegen?

Viele sind Zu Viele

Viele sind Zu Viele

Stille.

Für was ?

Für was ?

Morgens um Viertel vor neun war ich in Venray aufgebrochen. Ich hatte mir den deutschen Soldatenfriedhof unbedingt ansehen wollen. Auch wenn er sehr weit von der Grenze entfernt lag.
An sie wollte ich danach wieder zurück.

Es wurden 41 lange Kilometer bis Kessel an der Maas.

GPS-129-Venray

GPS-Gesamtstrecke bis 129

Stundenlang lief ich Rad-Wege, die große Straßen begleiteten.

Perfektioniert

Perfektioniert

Meine Füße trugen mich weit und zielsicher. Ich selbst konnte mich nicht um den Weg kümmern, ich war in Gedanken versunken.
Heute war der 5. Mai. Kriegsende in Europa. Vor genau 68 Jahren.

Immer noch feiern die Niederländer diesen Tag mit Volksfesten: als Tag der Befreiung.

Warum wird in Deutschland nicht ebenfalls gefeiert? Auch für uns war es eine Befreiung!

Oder empfinden es manche immer noch als Tag der Niederlage? Der Schande?

Ich weiß es nicht.

Nach 10 1/2 Stunden stoppten mich meine Füße. Die Wanderung war für heute zu Ende.
In Kessel an der Maas.

Wunderschöne Flusslandschaft.

Schiffs Catwalk

Schiffs Catwalk

Abendpromenade

Abendpromenade

Hunger: Kabeljaufilet mit Tintenfischsoße. Interessante Kombination. Eigentlich gut, wäre da nicht der Firlefanz (Kraut und Rüben) drumherum gewesen. 21 Euro.

T129-Essen-02

Todmüde ins Bett gefallen.

Pause in Nordhorn

Nowhereland

Nowhereland

Manchmal wünschte ich, dass alle Geschäfte, Kaufhöfe und Discounter in Malls versammelt und an den Stadtrand verbannt würden.
Wieviele Innenstädte mit der immer gleichen Ödnis heimgesucht sind – C&A, New Yorker, Zara, Tui, Fielmann, DM, Last Minute und und und …

Selbst dieses kleine Städtchen im Zentrum völlig entkernt und zu einer einzigen Verkaufsfläche breit getreten. Möchtegern-Nobelmarken wie Billighuren um Kunden buhlend.

Dabei könnte Nordhorn schön sein, mit diesen zahlreichen Kanälen ….

Now where here

Now where here

GottSeiDank gab es ein zwei nette Cafés und Restaurants. Ich hatte auf Trödel-Bummel-Nichstun-Tag geschaltet.

Hunger: Kabeljaufilet an Spargel-Risotto. Exzellenter Geschmack. 16,90 Euro.

T119-Essen-01-imp

Pause auf der Fähre nach Stralsund

Vitte ist überlaufen. Einheimische zu finden, ist eine Stecknadel-im-Heuhafen-Aufgabe.
Zwei, drei Fischer sind schon (noch?) früh an den Kais.

Verknotete Hände

Zu den Händen ein Gesicht

Den Morgen hab‘ ich vertrödelt. War eh zwischen grau und ganz grau. Die Fähre legte erst gegen 11 Uhr ab.

Bodden-Kutter

Ich wollte nach Stralsund. Zwar hätte es auch ein Schiff nach Zingst auf Darß gegeben, mein nächstes Etappenziel. Ich wollte mir aber unbedingt das Hansestädtchen Stralsund anschauen. 2 1/2 Stunden Fahrt. Selbst auf der Ostsee gibt es Distanzen!

Unterwegs nur der übliche Horizont. Und Wasser. Die Eintönigkeit ab und zu mal unterbrochen durch ein paar aufgestellte Fischnetze. (Ist die Ostsee tatsächlich überall so flach?)

Fisches Tod und meine (Essens) Freud

Wann ernten die Ostseefischer eigentlich? Morgens? Nachts?

Stralsund tauchte auf. Grandioses Panorama.

UNESCO grüßt die Welt

Ich saß längst schon bei einem Hefeweizen am Platz.

Kirchen mit gotischen Bullaugen

Hunger: Speicherteller (Dreierlei gebratener Fisch (Lachs, Zander, Kabeljau) mit Bratkartoffeln). 12,50 Euro.
Sehr ehrlich zubereitet. Ohne Schnickschnack. Richtig gut.

War in einem Hafenbistro gelandet. Hatten Bob Dylan im Bücherregal.

Master of universe

When I was so much older then, I’m younger than that now.

Danach (leicht schwankend) Gorch Fock im Hafen gucken gegangen (Klingt klasse: Gucken GeGegangen!)

Gorch not fort