Pause in Büsum

Krabben-Kutter

Krabbenkutter im Hafen, Fischräuchereien, kleine Werft, ein netter Museumshafen mit altem Leuchtturm. Büsum hat alle Ingredienzien für ein interessantes Leben.

Leuchtturm aufm Altenteil

Und doch schlägt die Kleinstadt kein wirkliches Kapital aus ihrer fantastischen Lage an der Nordsee.
Liebloses Zentrum im gesichtslosen Fussgängermeilenstil. Billigste Souvenirshops, Fresstempel, Fischbrötchendiscounter.

Ein Rätsel, warum die vielen Besucher nicht mehr Qualität einfordern.

In unzähligen Restaurants, in Straßen und Gassen: grausame Spießigkeit. (Ich überlegte, wie ich das fotografieren könnte, ohne die Personen zu denunzieren. Mir gelang es nicht.)

Mittagshunger: Büsumer Fischterrine. 8,90 Euro.
Extrem sämig. Fische total verkocht. Ohne Salz. Grottenschlecht.

Abendhunger: Fasanenbrust. 12,90 Euro.
Hat mich mit dem Tag einigermaßen versöhnt.
Sehr schmackhaft, feine Sauce, klasse Zwiebelchen.

Und eine überaus nette und kompetente Bedienung.

Übernachtung: 41,50 Euro (mit Frühstück).

Pause in Marienbad

Beeindruckende Kolonnaden

Pause. Muss Klamotten waschen, Füße entspannen, Schnupfen bearbeiten, mal meinen Blog weiter pflegen. Ansonsten nichts tun. Nichtmal wirklich fotografieren.

Außerdem war es schweinekalt. Nicht viele Gäste und noch weniger Kurschatten in den Straßen.

Ein paar Frauen in Nerz.

Nicht ganz stilsicher

Ein paar Frauen lustig angezogen.

Ziemlich stilsicher. Sie weiß, wie sie ausschauen will

Ein paar Paare Hand in Hand.

Haben gerade einePackung bekommen

Ansonsten: Altersheim mit fast ausschließlich deutschen Insassen (über 70!), die ausnahmslos dem Arzt ein Symptom verschweigen (was mich aber nervt): Tippelschritt.

Habe 12 Jahre Baden-Baden genossen, warum also nicht auch einen Tag hier.

Essen:
Konfitierter halber Fasan auf altböhmische Art mit Apfelrotkraut-Marmelade und böhmischen Knödelvariationen. (15 Euro.)

Nach 5 Minuten sah der Teller so aus!

Davor schon: Hummercapuccino mit Riesengarnele dekoriert und mit Brandy beduftet. (11 Euro.)

Dazu 3 Budweiser.

Ich geb zu, ich war in einem Feinschmeckerlokal. War richtig gut. (Nur die böhmischen Knödel haben mir ziemlich im Magen gelegen. Die hauen einfach rein.)

Eurozwerg Stefan führt mich in den Zieleinlauf nach Furth im Wald

Tag 21 meiner Wanderung. Schlusstag. Ziel in Sicht. Gerade mal 16 km entfernt: Furth im Wald auf der deutschen Seite. Gemütliches Auslaufen. Start 9 Uhr 30, Ankunft 13 Uhr 30.

GPS-Gesamtstrecke bis 021

Direkt an der Grenze erwartete mich Euro-Zwerg Stefan. Er war aus irgendeinem böhmischen Gartenidyll entlaufen und wollte sich an meiner Foto-Tour beteiligen.
Er stellte mir noch ein paar schöne Aufnahmen in Aussicht, zu guter Letzt.

Euro-Zwerg

Zu viel versprochen. Vielleicht lag es an meinen müden Augen, aber ich entdeckte kaum noch ein Motiv. Wollte ankommen.

Links lag der Bayerische Wald, den ich hinter mir gelassen hatte.

Weit weg die großen dunklen Berge

Rechts begann der Oberpfälzer Wald, ein weiteres Mittelgebirge, das ich aber jetzt nicht mehr in Angriff nehmen werde.

Schon nah, das nächste (aber nicht mehr so hohe) Mittelgebirge

Ich war müde.

Ob so ein Mensch nach 21 Tagen Wandern stinkt ?

Seltsamerweise geschieht mir das immer auf der Wanderung. Ich kann stundenlang gehen, meine Füße schreiten Schritt für Schritt, es tut nicht weh. Auch nicht nach acht Stunden. Doch sobald ich das Ziel sehe, und seien es nur noch zwei Kilometer, verlassen mich die Kräfte und der Weg wird mühsam, manchmal zur Qual. Dabei hätte ich gedacht, dass der Körper zum Schluss noch einmal alles mobilisiert, um endlich an die Tränke zu kommen. Bei mir verhielt es sich umgekehrt.

So war es auch heute. Das Ziel vor Augen fühlte ich mich ausgebrannt, bewegte mich immer langsamer.

Ob ich so jemanden in meinem Auto mitnehmen würde ?

Ankunft dann Gott sei Dank nicht zu spät.

Durst: Helles. Further Hofbräu. Durchschnittsbier (gehört wohl der Dimpfl-Gruppe?).

Hunger: Maronensuppe mit Rothirsch-Pflanzerl (Ein Genuss! Feinste Schaum-Suppe und fantastischer Geschmack der Wild-Frikadellen). 4,90 Euro.

Endlich mal wieder ein kulinarisches Highlight. Schon Beim Lesen der Speisekarte beschloss ich, den Geldbeutel weit aufzumachen.

Hauptgericht: Zweierlei vom Fasan mit Perigord-Trüffel und Kartoffel-Kürbis-Püree. (Klasse, sehr schmackhaftes Püree, Fasan war sehr gut. Trüffel – naja – bin da kein Kenner, überzeugten mich nicht wirklich.) 22 Euro.

Unterkunft mit Frühstück: 34 Euro.

Zum Schluss noch einmal meine versammelte Familie: Die Rasselbande hatte sichtbar Spaß gehabt und freut sich jetzt, mein Zuhause kennen zu lernen.

Dort angekommen, werde ich dann – bei einer guten Fasche Rotwein – Bilanz der ersten Etappe meiner Grenzwanderung ziehen. Ich habe schon Lust auf die zweite!