Über Wein- und Ländergrenzen nach Nittel an der Mosel

Irgendwo muss die Mentalitätsgrenze gewesen sein. Ich hatte sie überschritten, ohne es zu merken.

Wirte, Bedienungen, Hotelangestellte, Brotverkäufer, Menschen, mit denen ich auf der Straße quatschte, waren auf einmal aufgeschlossen, gesellig und feierlaunig. Ich erfuhr kleine Dramen über verlorene Eheringe und späte Autofahrten, die an Laternenpfählen endeten. Nichts Bedeutendes. Aber irgendwo auf meiner Wanderung hatte es plötzlich einen Offenheits-Sprung gegeben.

Erst beim Verlassen Triers dämmerte es mir: Ich hatte die Bitburger Berge verlassen. Ich war vom herben Pilsland ins liebliche Rieslingtal hinabgestiegen.

Die Alkoholart hatte ich gewechselt und damit die Stimmung!

Mosel here I am!

Braun wie der Mississippi

Braun wie der Mississippi

Okay. Es war trüb, die Mosel dreckigbraun aber mit geschwollener und breiter Brust.
Es regnete, als ich um 10 Uhr Trier verließ.
Just zu dieser Stunde öffnete das Marx-Geburtshaus-Museum und draußen standen bereits Gruppen von Chinesen, denen es eine Pflicht schien, in ihren 10-Days-Europe-Urlauben den eigentlichen Gründer ihres kommunistischkapitalistischichweißnichtwas Staates zu ehren.
(Was für ein komplizierter Satz – aber so sind Chinesen!)

Ich hatte beschlossen, das Scheißwetter zu ignorieren und marschierte beschwingt die Mosel entlang. Mein Ziel: das Weindorf Nittel. 26 km entfernt.

GPS-144-Trier

GPS-Gesamtstrecke bis 144

Trier boomt seit ein paar Jahren: Chinesen, Niederländer, Luxemburger sowieso, Belgier und auch noch ich waren übers Pfingstwochenende in die Stadt eingefallen. Aber noch mehr als Touristen gab es Schwäne.

Ab dem Stadtrand nistete alle paar hundert Meter ein Schwanenpaar direkt am Ufer-Fahrradweg der Mosel.

Straßenschwäne

Straßenschwäne

Nicht mal die Tiere sind im Rieslingland scheu!

Mama mit Tochter?/Sohn?

Mama mit Tochter?/Sohn?

In Wasserbillig wechselte ich von Deutschland nach Luxemburg zurück. Die Mosel war von nun an die gemeinsame Grenze.

Flussdorf

Flussdorf

Eigentlich müsste das luxemburgische Dorf nicht Wasserbillig, sondern Benzinbillig heißen. Selten habe ich so viel Tanktourismus gesehen. Diesel und Benzin bis zu 30 Cent billiger als in Deutschland. Auf einigen Hundert Metern zählte ich beinahe ein Dutzend Tankstellen.

Spritdorf

Spritdorf

Irgendwann wieder nach Deutschland gehüpft (gebrückt). Zuvor hatte ich noch schell einen Espresso in einem luxemburgischen Brückencafé getrunken und einige Worte mit dem Wirt gewechselt.
Die Grenze existiert eigentlich nicht. Weder sprachlich noch kulturell.

Grenzen sind etwas für Nostalgiker.

East goes West

East goes West

Ich durchwanderte die ersten Weinberge. Herrliche Landschaft!

WeinWanderWeg

WeinWanderWeg

Die Mosel drehte vergnügt eine Schleife und wies die Sonne an, mein Tagesziel lieblich auszuleuchten: das Weindorf Nittel.
(Links am Bildrand!)

Flussbogen

Flussbogen

Ich quartierte mich im Weinbetrieb Apel ein. Die meisten Winzer im Ort buhlen mit Direktverkauf, Pension und einer Besenwirtschaft um Kunden.
Welch ein Glück, nun alles an einem Ort zu haben. Alles inklusive!

Die Kommunikations-Stube bereits um 18 Uhr rappelvoll.

Durst:
1 Glas Elbling (Kabinett trocken). Seltene weiße Rebsorte: 3,80 Euro (0,2l). Guter Schoppenwein.
1 Glas Auxerrois (trocken). Auch eher seltene weiße Sorte: 3,80 Euro (0,2l). Spritzig, dezente Säure, angenehm.
1 Glas Blauer Burgunder (Barrique). 5,50 Euro (0,2l). Roch intensiv, der erste Schluck mundete gut, dann aber flachte der Wein ab und wurde breit. Keine Finesse.

T144-Wein-01

Hunger: Frischer Spargel mit Sauce Hollandaise, pikantem Winzersteak auf Rebholz gegrillt und Petersilienkartoffeln. (17,80 Euro.) Sehr würziges Fleisch, wenn auch zu lange gegrillt.

T144-Essen-01

Unterkunft: 49 Euro (mit Frühstück).

Im Rhythmus der Regentropfen nach Echternach

Victor Hugo lebte einige Zeit als politischer Flüchtling in Vianden.
Nur gezwungenermaßen ist die Langeweile in dem Ort auszuhalten.

Hugo war hier

Hugo war hier

Vorbei an leeren Terrassencafés schleuste ich mich um 9 Uhr in der Früh aus dem Städtchen hinaus. Das Ziel: Echternach. Rund 25 km weiter im Süden.

GPS-141-Viandes

GPS-Gesamtstrecke bis 141

Schon bald weitete sich das Our Tal. Die Hänge längst nicht mehr so steil.

Wasser von oben und unten

Wasser von oben und unten

Es regnete unaufhörlich.

Regen kann etwas Beruhigendes haben. Manchmal laufe ich gerne im Rhythmus der auf meine Regenjacke trommelnden Tropfen.
Aber jetzt nervte es nur noch. 1 Woche schlechtes Wetter.

Was hätte wohl ein zermürbter Kapitän auf einem Expeditionsschiff vor 100 Jahren in sein Logbuch notiert?

„Tag 141. Kein Ende des Sintflut in Sicht. Wir treiben immer weiter und sehen kein Land. Seit Wochen nicht. Die Mannschaft fiebrig, krank, angeschlagen. Die Kleidung feucht, klebrig, schmutzig. Die Matrosen sind in rebellischer Stimmung. Viele wollen umdrehen, sehen keinen Sinn mehr weiter zu machen. Sie vermissen ihre Familien. Es gelingt mir kaum noch, das Schiff auf Kurs zu halten.“

Nach 2 Stunden verließ ich die Our, wechselte auf die deutsche Seite und kletterte einen Waldweg hoch. Ich wollte noch einmal den Eifelsteig laufen – wenn es auch nur für kurze Zeit war.

Grüne Hölle

Grüne Hölle

Immer wieder suchte ich Regenschutz unter Bäumen.

Gemme shelter

Gimme shelter

Regnete es einmal nicht, schüttelte sich der Wald aus. Ich wusste nicht, was schlimmer war.

Dann Hoffnung. Der Himmel hellte sich etwas auf, der Wald wechselte von düster nach halbdüster.

Eine fantastische Felsenlandschaft öffnete sich kurz vor dem Gipfel.

On the rocks

On the rocks

Steinkolosse von Riesen in den Wald geschleudert!

Koloss

Koloss

Andächtig verweilte ich in dieser Zauberwelt.

Monströs

Monströs

Wie gerne hätte ich die Kolosse mit Sonne, Schatten und Grau-Nuancen fotografiert!

Riesentisch

Riesentisch

Predigtstuhl, Teufelsweg oder Tränenley hießen die Formationen, Höhlen und steinernen Irrgärten dieser Gegend.
Das Wort „Ley“ kommt von „Fels“ oder „Schiefer“.
(Dann hat Heine mit der Loreley wohl seine Geliebte „Lore Schiefer“ besungen. Wie profan!)

Der Blick vom Gipfel des Felslabyrinths verhieß nichts Gutes.

Suppe

Suppe

Die Our war, ohne dass ich es bemerkt hatte, in die Sauer mäandert. Diese zog nun die Grenzlinie zu Luxemburg.

Kurz nach 18 Uhr erreichte ich das luxemburgische Grenzstädtchen Echternach.

Höllischer Durst:
Bofferding Pils. Ausgesprochen süffig und angenehm hopfig. (Brauerei seit 1764!)

T141-Bier-01

Hunger:
Luxemburgische Schlachtplatte mit Sauerkraut und Speckkartoffeln. Sehr deftig. Aber gut.

T141-Essen-01

Dann ins Nachtleben der Kleinstadt abgetaucht.

Night falls

Night falls

War Vianden provinziell und zum Gähnen, war hier richtig etwas los. In einigen Kneipen eine städtische Bohème.
Die Luxemburger äußerst nett und selbstbewusst.

Unterkunft: 75 Euro (mit Frühstück).

Road 139 to Dasburg

Es war das Gefühl tiefer Einsamkeit.

Winterspelt lag hinter mir, auf Seitengassen hatte ich das Dörfchen verlassen. Wolken drückten die Täler noch tiefer in den Waldgrund. Häuser auf Bergkuppen drängten sich dicht an die Pfarrkirchen, in der Hoffnung vom Dauerregen nicht weggeschwemmt zu werden.

Nur der Kirchturm, der schaut raus

Nur der Kirchturm, der schaut raus

Hatte ich einmal nicht Wald sondern freies Feld vor mir, walzte am Horizont die nächste Regenwand heran.

Es wird nicht besser

Es wird nicht besser

Ich war in Winterspelt gegen halb 9 aufgebrochen. 31 Kilometer lagen vor mir bis Dasburg an der deutsch-luxemburgischen Grenze.

GPS-139-Winterspelt

GPS-Gesamtstrecke bis 139

Schüttete es besonders heftig, suchte ich Schutz unter Laubbäumen.

Ich erdachte mir Bauernregeln für Regenwetter:

Lauf nicht unmittelbar nach Ende eines heftigen Regengusses los. Der nächste kommt sofort.
Lauf nicht unmittelbar nach Ende eines heftigen Regengusses in den Wald. Der regnet sich gleich wieder ab.

Aber eigentlich war es egal. Nass wurde ich unterm Baum, im Wald, im freien Feld.

Endlich einmal eine Pause: Ein Walddörfchen zog kurz sein Regenkleid aus und zeigte seinen Frühlingskörper.

Heckhalenfeld

Heckhalenfeld

Die Schneeeifel ist so dünn besiedelt, dass es äußerst schwierig ist, sich auf einer Wanderung zu versorgen. Gasthäuser öffnen nur zur Hochsaison, Tante Emma hat längst die Dörfer verlassen, Tankstellen gibt es überhaupt nicht.
Ich war also ohne Trinkwasser und ohne irgendetwas zu knabbern losgezogen und fand unterwegs nirgends Proviant.

Hellte sich der Himmel ein wenig auf, schöpfte ich Hoffnung. Die Südeifel ist landschaftlich grandios.

Highlands

Highlands

Immer wieder werde ich unterwegs gefragt, ob es nicht langweilig sei, so ganz allein zu wandern.
Ist es nicht!
Dann folgt die nächste Frage: Warum ich das mache, ob ich den Sinn des Lebens suche?
Nein, das Gegenteil ist der Fall.
Ich versuche manchmal es zu erklären, gebe aber schnell auf.

Also was machte ich denn den langen Tag?
Nichts! Nicht einmal meditieren. Höchsten ein paar Gedanken spinnen.

Sicher, die Sinne schärfen sich in der Natur.
Sicher, ich sehe, rieche und spüre Kleinigkeiten, die mir im Alltag nicht auffallen würden. Eine Ameise, die sich an ihrer Traglast überhebt und sich überschlägt. Ein Grashalm, der sich unter der Last eines einzigen Wassertropfens verbiegt und fast bricht.

Aber welchen Sinn machen solche Beobachtungen? Keinen! Es ist völlig unerheblich.

Sinnsucher finden nicht einmal sich selbst.

Und ich stellte mir die wichtigere Frage, ob Kühe nicht doch gänzlich dumm sind!

Dumme Kühe

Dumme Kühe

Immer wenn ich an einer eingezäunten Kuhwiese vorbeilief, rotteten sich die Viecher zur Herde zusammen, trotteten zum Zaun und glotzen mich fragend an.
Offensichtlich können Kühe nicht wie Hunde ihr Herrchen (oder Melker) erkennen. Sie verwechselten mich ganz offensichtlich.

Was bedeutete das? Für die Kuh ist ein Mensch ein Mensch ein Mensch ein Mensch – und keine Person!

Damit hatte ich für heute die Sinnfrage geklärt und marschierte weiter.

Nichts für weiche Knie

Nichts für weiche Knie

Es ging nun ganz schön bergab. Ich spürte meine Knie.

Als der Wald sich kurz auftat, konnte ich auf die andere Seite des Tals blicken, in das ich gerade hinabstieg. Ein luxemburgisches Dorf signalisierte mir, dass ich nicht mehr weit von der Grenze entfernt war.

lieblich

lieblich

Noch eine Viertel Stunde und meinen Zwischenziel war erreicht: das Dreiländereck aus Belgien, Luxemburg und Deutschland.

Wahre Europabrücke!

Wahre Europabrücke!

Auf der Seite, auf der ich fotografierte, war Deutschland. Über der Brücke rechts lag Belgien. Links der Brücke wartete Luxemburg auf meinen Besuch.

Rund 135 Kilometer war ich der belgischen Grenze gefolgt, jetzt lagen wahrscheinlich ebenso viele Kilometer entlang der luxemburgischen Grenze vor mir.

Die Our trennt Luxemburg von Deutschland.

Nicht größer als die Oos

Nicht größer als die Oos

Bewusst lief ich auf der deutschen Seite des Grenzflüsschens. Luxemburg wollte ich mir noch ein wenig aufsparen. So schnell kann ich nicht von belgisch auf luxemburgisch umschalten.

Ein Flüsschen, das an Fahrt aufnahm und mit kleinen Stromschnellen ganz schön Lärm machte.

Grenzen sind manchmal schwer zu überschreiten

Grenzen sind manchmal schwer zu überschreiten

Ich hatte mir vorgestellt, gemütlich entlang des Uferweges der Our nach Dasburg zu wandern. Es kam aber völlig anders.
Zu tief hatte sich der Fluss in den Wald gegraben, zu steil waren die Hänge, zu zahlreich die Zuflüsse und Zwischentäler, dass die Wanderwege immer wieder in Serpentinen den Berg hinaufführten und sich gefährlich an Hänge schmiegten.

Halt!

Halt!

Aber welche Ausblicke! Und die Sonne gratulierte mir für meine Ausdauer!

Hochsitz

Hochsitz

Was für eine Grenze zwischen zwei Ländern!

Grenzen sind schön

Grenzen sind schön

Es wurde der bisher anstrengendste Tag dieser Etappe, die nun schon lange dauerte. Auf und ab ging es. Am 139. Tag meiner Grenzwanderung sammelte ich Höhenmeter wie andere Flugmeilen. Ich war froh (und am Ende meiner Kräfte), als ich endlich das Dörfchen Dasburg erreichte. Auch wenn es im Regen schier ersoff.

Am Ziel

Am Ziel

In dieser Ortschaft mit kaum mehr als ein paar Dutzend Häusern gab es immerhin zwei Pensionen.
Ich würfelte innerlich und betrat einen skurrilen Harley-Davidson-Driver Treffpunkt.

Rocker trifft Rocker

Rocker trifft Rocker

Geführt wurde das Hotelchen von einem holländischen Pärchen. Direkt über der luxemburgisch-deutschen Grenze.

Hunger: Schweinespieß in Erdnusssoße mit Reis. (Harte Jungs Kost!)

T139-Essen-01

Unterkunft: 28 Euro (ohne Frühstück).

Auf Erinnerungswegen nach Winterspelt

Es waren keine konkreten Kindheitserinnerungen, aber beständig pulste ein Gefühl des Bekannten in mir.
Ich war hier schon einmal!

Durchblick

Durchblick

Gestern, als ich abgekämpft durch den Torbogen der Burganlage zum Hotel gegangen war, hatte mich diese Ahnung beschlichen.

Nicht dass ich mich an diese fantastischen Türheiligen erinnerte.

Shivering outside

Shivering outside

Mit 6,7 Jahren sind einem solche Verzierungen ziemlich Wurst.

never shivers

never shivers

Und auch die kunstvolle Art Jesus immer wieder aufs Neue an Stein zu nageln, um die Kreuze dann an den schönsten Plätzen der Anlage aufzurichten, interessiert einen Erstklässler reichlich wenig.

always on the bright side of life

always on the bright side of life

Woran ich mich erinnerte war, dass ich vor über 50 Jahren einige Male mit meinem Patenonkel, meiner Tante und meinem zwei Jahre jüngeren Cousin Ferien in der Eifel verbracht hatte. Seitdem war ich nie wieder in die Eifel zurückgekehrt.
Gestern Abend rief ich meine (inzwischen über 80jährige) Tante an und fragte sie aus, wo wir denn damals gewesen seien.
Es war Kronenburg.

Meine Tante war hier geboren und durch diese Tür sind wir damals in das Haus ihrer Familie gegangen.

1603 !!!

1603 !!!

Der Onkel meiner Tante wohnte hier im Haus mit den rosa Türen.

Shivering inside

Shivering inside

Und gleich nebenan dessen Schwester. In diesem Garten tollte ich als Kind 3 Wochen lang!

Mein Ferienhaus

Mein Ferienhaus

Viele Erinnerungen habe ich nicht mehr an diese Zeit. Eigentlich nur noch eine konkrete: Ich hatte damals meinem jüngeren und staunenden Cousin nachdrücklich versichert, dass es weder einen wirklichen Nikolaus gäbe noch einen realen Osterhasen der Geschenke brächte. Und für diese Desillusionierung seines Sprösslings hat mir mein Onkel eine ziemlich schmerzhafte Ohrfeige verpasst.
Dieser Vorfall hat mir die Eifel für lange unsympathisch gemacht.

Die Tante meiner Tante wurde übrigens gesegnete 105 Jahre alt. Die letzten lange Jahre musste sie in einem Pflegeheim verbringen, was ihr Vermögen auffraß, das im Wesentlichen aus dem Haus bestand.
Auch die restlichen Häuser der Familie meiner Tante (alle in der Burganlage) sind längst verkauft.

Die Neu-Besitzer: vermögende Unternehmer aus Bonn, Köln oder Aachen. Sie haben Kronenburg zu einer Wochenend-Ferien-Residenz gemacht.

Jetzt verstand ich auch, warum in den Straßen dieser wunderschönen Anlage keine Bewohner zu sehen waren.
Kein Wochenende!

Museumsstille!

Mehr als ein Hügel

Mehr als ein Hügel

Es hatte mich am Morgen einige Zeit gekostet, eine Einheimische aufzutreiben, die sich an meine Tante und die Geschichte ihrer Familie in Kronenburg erinnerte und die mir auch die Häuser zeigen konnte, dich ich natürlich nicht mehr kannte.
Eine freundliche zufriedene Frau, die so gar nicht zu meinem Vorurteil der knorrigen, ruppigen und in sich gekehrten Eifeler passte.

Um halb 11 verabschiedete ich mich von ihr und nahm mein eigentliches Tagesziel ins Visier: Winterspelt. 32 km entfernt.

GPS-138-Kronenburg

GPS-Gesamtstrecke bis 138

Der kürzeste Weg nach Winterspelt führte über Belgien.

Auf dem Weg dahin kein Horizont ohne Windspargel. Sie machten ziemlich Lärm!

Wind Wind, lautes Kind!

Wind Wind, lautes Kind!

Kurz hinter Kronenburg war es vorbei mit Nordrhein-Westfalen. RHEINLAND PFALZ begann. Meine Heimat! (Wenn ich mich auch mehr als Pfälzer fühle denn als Rheinlandpfälzer (mit den Rheinländern habe ich wenig am Hut).)

Der erste Ort: Hallschlag. Unwirtlich, rau, kalt, abweisend.

Schläge hallen

Schläge hallen

Abgekoppelt von der Welt. Selbst die Eisenbahnschienen wurden entfernt.

Ausrangiert

Ausrangiert

Früher, das heißt vor dem Schengener Abkommen, gab es außerhalb Hallschlags Zollhäuser, direkt an der belgischen Grenze.
In einem arbeitete (und wohnte) mein Patenonkel, dem ich meinen zweiten Vornamen verdanke: „Alois“ (pfälzisch ausgesprochen und auf dem ersten Vokal betont: „Allwis“).

Von seinem Arbeitsplatz konnte er sein Einsatzgebiet ins Visier nehmen. Das deutsch-belgische Grenzgebiet.

Grenzen sind schön

Grenzen sind schön

Mir klingen noch seine Erzählungen im Ohr, wie er hier heldenhaft Schmuggler gejagt und bis 1985 (Schengen!) hinter Schloss und Riegel gebracht hatte. Nur was genau damals geschmuggelt wurde, das wusste ich nicht mehr.

Zum letzten Mal durchquerte ich auf meiner Grenzwanderung kleine belgische Dörfer. Allesamt mehrheitlich bewohnt von der deutschsprachigen Minderheit.

Ganz unten im Tal sprang ich von Belgien nach Deutschland zurück.

Über Brücken musst du geh'n

Über Brücken musst du geh’n

Ob mein Onkel auch auf diesem Brückchen Schmuggel-Halunken gejagt hatte?

Eine halbe Stunde weiter oben – auf einem (ziemlich mühsam zu bewältigenden) Hügel – lag Auw.
Hungrig und durstig betrat ich die Dorfgaststube. Ich bat um Wasser (Sprudel) und Bier (Bitburger) und um eine Suppe.

Die Wirtin fragte, ob ich ihre Brennnesselsuppe probieren möchte. Die habe sie eigentlich nur für die Familie gekocht.
Warum nicht.

T138-Essen-02

„Geschnitten, nicht püriert“!

Das, so erklärte mir die Wirtin, sei extrem wichtig für den guten Geschmack! Sie schneide die jungen Brennnesseln mit der Schere in die Brühe. Püriert schmecke das ganz anders und längst nicht so intensiv.

Ich fragte sie, ob sie die Brennnesseln selbst ernte und wie sie das mache ohne sich ständig zu verätzen.
Sie meinte, sie fasse die Pflanzen mit bloßen Händen an, das mache ihr überhaupt nichts.
Mutig!

Ich fragte sie, ob sie sich an die Schmugglerzeiten hier erinnere?
Und wie!

Geschmuggelt wurde in den 50er und 60er Jahren vor allem Kaffee! Die Männer aus den Dörfern gingen in das nahe Belgien und kauften dort säckeweise Kaffee, der in Deutschland als extremer Luxus galt.
Wie oft waren sie von den unbarmherzigen Zöllnern ertappt worden und hatten ihre vollen Kaffe-Säcke in das Grenzbächlein werfen müssen.
Geschmuggelt wurde damals auch viel Tabak. Überwiegend Pfeifentabak, den man noch selbst zurecht schneiden musste.

Später kamen dann Zigaretten und Alkohol dazu.

Sie hatte feuchte Augen als sie von der Vergangenheit sprach.

Ich bezahlte, bedankte mich für Suppe und Auskunft und ging meinen Weg weiter.

Schneifelhaus

Schneifelhaus

Ich durchlief die Schnee-Eifel. Berühmt dafür, dass man hier auch im Sommer friert. Die Häuser robust. Der Wind schob die Wolken über die Bergdörfer. Dort hatten sie Gelegenheit sich auszuregnen.

Himmel drückt

Himmel drückt

Selbst steinerne Wegkreuze hingen windschief in den Feldern.

Windschief

Windschief

Die Höhe hatte mich ausgekühlt und die gelegentliche Sonne vermochte mich nicht aufzuwärmen. Nach bald 9 Stunden Wandern sehnte ich mich nach einer Unterkunft!

Welch eine Gemeinheit, dass ich noch einmal – kurz vor Schluss – einen heftigen Anstieg vor mir hatte.

Es gibt kein Ende!

Es gibt kein Ende!

Selbst Straßentunnel mussten in der Schnee-Eifel massiv gebaut werden, um nicht vom Wind weggeweht zu werden.

Door to what ?

Door to what ?

Winterspelt um halb acht erreicht.

Am Schluss gibt's immer 'ne Kirche

Am Schluss gibt’s immer ’ne Kirche

Hunger: Wiener Schnitzel mit Pommes. (Ich war in einem gutbürgerlichen Restaurant gelandet. Ich hätte auch noch Jäger-Schnitzel oder Schnitzel Hawaii wählen können). 9 Euro.

T138-Essen-01

Unterkunft: 40 Euro (mit Frühstück).

Ins Himmelbett nach Kronenburg

Kein Fotografierwetter als ich Hellenthal verließ. Diesig und veschmiert die Sicht.

Entweder das Kaff liegt tief unten oder ich war schon in kurzer Zeit ziemlich hoch oben.

Down under

Down under

Ich hätte einen Höhenmesser brauchen können, um herauszufinden, wie viele Meter ich mich nach oben oder unten, aber nicht nach vorne vorarbeitete.

Die Strecke sollte mich beträchtlich Auf und Ab gehen lassen bis zu meinem Ziel: Kronenburg. 22 km entfernt. Um 9 Uhr war ich aufgebrochen.

GPS-137-Hellenthal

GPS-Gesamtstrecke bis 137

Typische Eifellandschaft: Weiden, Wiesen, Wald und ein paar Gehöfte auf einer Kuppe.

On Top

On Top

Der Frühling streifte die Hocheifel dieses Jahr sehr spät. Die Bäume arbeiteten noch am Maiausschlag und begrünten sich nur langsam.

Pastellnuancen

Pastellnuancen

Jeder 3. oder 4. Bauernhof hatte eine kleine Koppel mit Ponys oder Pferden.
(Muss hier jede Tochter ein Reitpferd haben?)

Elegante Kopfhaltung

Elegante Kopfhaltung

Mein Handynavi schleuste mich auf Wanderwegen durch die Täler und Berge, konnte aber nicht verhindern, dass ich mich mehrmals fürchterlich verlief. Einmal ging ich einige Kilometer einfach im Kreis. Das andere Mal musste ich den gleichen Weg wieder zurücklaufen. Das dritte Mal befahl mir das Navi durch feuchte Wiesen zu stapfen bis mir das Wasser fast aus den Schuhen lief. (Wer sagt eigentlich, dass Goretex kein Wasser durchlässt?!)

Nasses Grün

Nasses Grün

Zwischendurch das übliche Eifelwetter: Es regnete.

Die Dörfer massiv, die Kirchen schlicht.

Nasses Weiss

Nasses Weiss

Wenn die Sonne kam, wurde es richtig schön.

Nachzügler

Nachzügler

Gerade hatte ich seinen Garten fotografiert, da sprach er mich auch schon an: Clas.
Die 70 Jahre konnte ich ihm nicht ansehen.

Clas war Niederländer und hatte sich vor zwei Jahren das Anwesen (zusammen mit seiner Frau) als Alterssitz gekauft.
Die ganze Welt hatte er gesehen. Als Bauingenieur hatte er die Aufschüttung der Palminsel in Dubai beaufsichtigt und die Stranderweiterung auf Sylt.
Den schönsten Platz um noch älter zu werden fand er hier: in der Eifel.
Außerdem – so sagte er – seien die Häuser einfach viel billiger als in den Niederlanden.

Eifelholländer

Eifelholländer

Clas mochte die verschlossenen Eifeler. Er war zu Beginn von Dorf-Tür zu Dorf-Tür gezogen und hatte sich vorgestellt. Auf dem letzten Weihnachtsmarkt hatte er den Nachbarn kostenlos ihre silbernen Eheringe poliert und aufgemöbelt. Das habe ihm die Herzen geöffnet, lachte Clas.
Silber schmieden und bearbeiten sei sein Hobby.

„Außerdem: Die Deutschen räumen dir den Schnee auf der Straße vor dem Haus weg, ohne dass du bezahlen musst“.
Auch ein Argument, hier zu wohnen.

Ich verabschiedete mich und folgte gehorsam meinem Navi, das mich jetzt durch eine Spargel-Landschaft lotste.

Windspargel

Windspargel

Kein Eifelblick ohne einen Windspargel am Horizont.

Ich war froh, als ich Kronenburg erreichte.

Keinem einzigen Menschen begegnete ich im alten Dorfzentrum.

Mauern ohne Menschen

Mauern ohne Bewohner

Am Ende meines Weges: ein Burghotel mit einem freien Einzelzimmer und einem Gourmet-Restaurant.

Und: mein erstes Himmelbett!

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Fensterblick!

eyes wide open

eyes wide open

Hunger.
Vorspeise: Wachtelbrüstchen an Spargelrisotto, Baconchips und Möhrenstroh. (Ausgesprochen fein.)

T137-Essen-01

Hauptspeise: Lammcarré mit Kräutern der Provence an Rotweinjus, Kartoffel-Rosmarin-Gratin, gegrillter Eifler Ziegenkäse, mediterranes Gemüse. (Extrem zart und saftig das Lamm. Jus sehr gut. Der Rest war Firlefanz.)

T137-Essen-02

Unterkunft: 90 Euro (ohne Frühstück).

Muttertagsmänner stillen meinen Durst auf dem Weg nach Hellenthal

Ich konnte es nicht lassen. Beim Verlassen Monschaus musste ich noch einmal den Auslöser drücken.

Grandioses Fachwerk

Grandioses Fachwerk

Um 9 Uhr 30 dem Städtchen endgültig den Rücken zugekehrt. Über Wanderwege wollte ich nach Kronenburg, sollte unterwegs aber merken, dass das kaum zu schaffen war. Also änderte ich mein Tagesziel: Jetzt war es Hellenthal, mit Wanderumwegen ca. 25 km weit weg.

GPS-136-Monschau

GPS-Gesamtstrecke bis 136

Ein steiler Pfad quälte sich das Rur-Ufer in den Wald hoch.

Junggrün die dominierende Farbe

Junggrün die dominierende Farbe

Der Regen hatte mich in der Früh aufgeweckt und Regenschauer begleiteten mich den ganzen Tag. Aber sie stimulierten den Wald noch intensiver nach Moos, Kompost, Rinde und Holz zu riechen. Auch die Farben klarer und nicht morgenmüde – so wie ich.

Was wäre, wenn Bäume keine Wurzeln hätten?

Was wäre, wenn Bäume keine Wurzeln hätten?

Steinwurzeln

Steinwurzeln

Ich musste mich konzentrieren. Der schmale Pfad war rutschig.

Eifelsteig

Eifelsteig

Einige Zeit folgte ich dem Eifelsteig, einer schönen Route um das Mittelgebirge zu erkunden.
Immer wieder kleine Felsformationen. Und immer wieder minutenkurze Sonnendurchbrüche.

Markant

Markant

Nach einer Stunde Höhenwanderung stieg ich ins Tal ab, um dem Perlenbach zu folgen, der kurz vor Monschau zu einem langgezogenen See gestaut ist.

Indian Sumer im Frühling

Indian Sumer im Frühling

Statt steinig und glitschig war der Weg jetzt sumpfig und morastig.
Der Bach lärmte und ließ Vogelstimmen kaum eine Chance.

Bäche sind laut

Bäche sind laut

Für Stunden das gleiche Panorama: rechts Bach, links Wald mit zum Teil steilen Hängen.
Viele Wege kreuzten sich und ich hatte Mühe, Kurs zu halten. Hier unten im Tal hatte ich keine Telefonverbindung mehr und mein Handy-Navi war nutzlos geworden.
Wegschilder gaben mir meist mehr Rätsel auf, als dass sie mich orientierten.
Ohne gutes Kartenmaterial war es schwierig.

Ich hatte mittlerweile meinen Wasservorrat geleert und seit dem Morgen nichts mehr gegessen.
Eine Waldkneipe gab es hier nirgends.

Ich war so sehr damit beschäftigt, mich im Wegenetz zurechtzufinden und meinen leeren Magen mit ein paar TicTacs zu beruhigen, dass ich eigentlich an nichts dachte. Nur: Hoffentlich ist es nicht mehr zu weit!

Plötzlich hörte ich Männerstimmen.

Eine Gruppe älterer Herren hatte sich vor einer Schutzhütte versammelt. Neben der Hütte eine große Pferdekutsche mit 2 angespannten Brauereigäulen. Im Wagen war Platz für mindestens 12 Personen. Ich zählte 6 Kisten Bier und sah jede Menge Essbares.

Muttertagsmänner

Muttertagsmänner

Ich näherte mich der Gruppe und bat um ein Bier.
Es war kein Problem.

Die Herren feierten „Muttertag“. Der Chef der Truppe erklärte mir: Sie seien Aachener Jecken und seien diesen Rosenmontag als Mamis verkleidet im Zug gelaufen. Das gäbe ihnen jetzt das Recht auch den Muttertag anständig zu begehen.
Sie luden mich noch zu einer Portion Gulasch ein, was ich aber dankend ablehnte. Ich wollte nicht unverschämt sein. Außerdem hätte mich ein voller Bauch ziemlich gehmüde gemacht.

Ich zog weiter. Ziemlich dicht an der belgischen Grenze (unsichtbar) entlang, bis ich wieder eine lange Talsperre erreichte. Die Oleftalsperre.

Wie so heißt das Talsperre und nicht Flusssperre?

Wie so heißt das Talsperre und nicht Flusssperre?

6 km fehlten noch bis Hellenthal, am Fuß des sehr hohen Wehrs.

Auf der anderen Seite

Auf der anderen Seite

Um halb 5 eine offene Pension gefunden. Ich war der einzige Gast.

Hunger: Spargel mit Hühnchenbrust und einer Orangen-Hollandaise. (Gut bürgerlich, fantasielos). 14,50 Euro.

T136-Essen-01

Unterkunft: 28 Euro (ohne Frühstück).

Von nun an geht’s bergauf – bis Monschau

Kalt, regnerisch, unwirtlich: so die Wetteransage heute.

Ich dankte der überaus freundlichen und eloquenten Bed-and-Breakfast-Wirtin und verabschiedete mich um 9 Uhr in die nassen Straßen von Eupen.

Das Tagesziel: Monschau in der Eifel. Ca. 21 km entfernt.

GPS-135-Eupen

GPS-Gesamtstrecke bis 135

Auf dem Weg zur Eupener Talsperre kam mir noch einmal das Rocker-Grüppchen in den Sinn, das ich gestern Abend in einer Bar am Marktplatz kennen gelernt hatte.
Eigentlich hatte sich unsere Unterhaltung ausschließlich um das belgische Bier gedreht.
Die Jungs meinten, die Deutschen wären mit ihrem Reinheitsgebot viel zu dogmatisch. Die Geschmacksvielfalt des belgischen Gerstensaftes rühre gerade daher, dass jeder Brauer experimentieren könne. Und mir wurde ein weiteres Trappistenbier empfohlen (11% – „Aber schwer zu bekommen“).

Ich wusste, warum meine Schritte heute nicht so flüssig waren.

Wasserbeton

Wasserbeton

Im leeren Restaurant an der Talsperre besorgte ich mir einen halben Liter Wasser für meinen weiteren Weg.

Waldbeton

Waldbeton

„Weser“ heißt der Bach, der hier gestaut wird.

Der Stausee ist das wichtigste Trinkwasserreservoir Belgiens.

Wasserwald

Wasserwald

Der Wald wurde immer dichter. Nadelhölzer wechselten sich mit Birken ab.

Waldbirken

Waldbirken

Und es ging gut bergauf. Zum ersten Mal seit langem musste ich richtig Höhenmeter machen. Von 260 Meter (Eupen) bis auf bald 600 Meter.

Der Wettergott war zudem extrem launisch. Kippte im steten Rhythmus von 10 bis 15 Minuten randvolle Regenkübel über mir aus.

Waldwanderer

Waldwanderer

Ein (meist asphaltierter) Wirtschaftsweg führte hinauf in den Naturpark Hohes Venn.

Einfach nass

Einfach nass

Durch den Dauerregen war ich reichlich zermürbt und schon ziemlich sauer auf den belgischen Petrus, als die Wolkendecke plötzlich doch noch aufbrach.
Ich beeilte mich auf den Stegen in die Moorfelder zu kommen.

Rutschgefahr

Rutschgefahr

Als habe jemand den grauen und nassen Theatervorhang hochgezogen, änderte sich mit einem Schlag die Kulisse: eine heitere, anmutige, fast schwebende Landschaft.

Moorhubbel

Moorhubbel

Moortümpel, die ihr freundliches Wasser-Blau in den Himmel spiegelten.

Hubbel mit Birke

Hubbel mit Birke

Jump over water

Jump over water

Schwebe-Balken für Moorkröten.

gefällter Riese

gefällter Riese

Nach einer guten Viertelstunde war’s vorbei. Die Wetterregie ließ den Regenvorhang wieder vorziehen.
Aber auch das konnte dieser verwunschenen Landschaft nichts anhaben.
(An 170 Tagen im Jahr soll es hier im Hochmoor regnen.)

Märchenlandschaft

Märchenlandschaft

Das Hohe Venn reicht noch eins zwei Kilometer nach Deutschland rein und geht dort in die Eifel über.

Kalt wurde es. Als ich die (unsichtbare) Grenze zu Deutschland überquerte, war die Temperatur mittlerweile unter 10 Grad gerutscht (gefühlt). Die Eifel empfing mich mit eisigem Wind.

Red is the color

Red is the color

Noch 5 Kilometer fehlten bis Monschau. Die Straße geleitete mich in steilen Serpentinen von den Höhen der Eifel in das Tal der Rur.

Als ich gegen 5 Uhr das Kleinstädtchen betrat, musste irgendjemand der Sonne den Befehl gegeben haben, mich mit aller Kraft anzustrahlen.
Ich hatte zuvor noch nie etwas von Monschau gehört, war eher zufällig an die Hänge der Rur geraten. Und dann das! Welch ein Empfang!

Kleinod

Kleinod

Klar war das Zentrum überfüllt von Tagestouristen.

Wunderland

Wunderland

Jedes Sträßchen, jede Brücke, jeder Ort ein Fach-Kunst-Werk.

Hanglage

Hanglage

Als die Sonne müde ihr Zwischenspiel beendete, suchte ich mir ein Esslokal.

Hunger: Hirschmedaillons mit Preiselbeeren und Salzkartoffeln. (Den dazugehörigen Rotkohl wollte ich nicht.) Ordentlich. (14,50 Euro.)

T135-Essen-01

Mit Anbruch der Nacht noch ein wenig im jetzt (beinahe) menschenleeren Zentrum gebummelt.

Schön: By night and day

Schön: By night and day

In die Nacht geduckt

In die Nacht geduckt

In den Schaufenstern der Souvenirshops immer wieder Enten.

Ente aus dem schwarzen Block

Ente aus dem schwarzen Block

War Monschau vielleicht das heimliche Entenhausen?

Ich bin TV

Ich bin TV

Unterkunft: 47 Euro (mit Frühstück).