Schleichenweg nach Vorderrieß

Ein fantastischer Tag kündete sich an.
Schon von meinem Hotelfenster konnte ich früh die Zugspitze sehen.

Kaum aus Garmisch draußen, türmte sich das Massiv komplett (mit Alpsitze, Zugspitze etc.) vor mir auf.

The heights of Germany

The heights of Germany

Mein heutiges Ziel: Vorderrieß im Isartal. Ca. 31 km zu gehen.

GPS-182-Garmisch

GPS-Gesamtstrecke bis 182

Abseits der viel befahrenen Bundesstraße schöne Dörfer.

Kamera mit automatischer Motiv-Suche

Kamera hatte auf automatische Motiv-Suche gestellt

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, keine Hausfassaden mehr abzufotografieren. Die letzten zwei Tage waren der Overkill gewesen.
Aber Kitsch verführt doch zum Hinschauen.

Reizend oder Aufreizend?

Reizend oder Aufreizend?

Vor dem Haus stand Paule. Gestern war er auf dem Oktoberfest in München gewesen und hatte sich beim Fingerhakeln die Hand gebrochen.
Trotzdem hielt er eine Maß hoch und bot an, mich ins Isartal zu begleiten. Ich willigte ein.

Im Handumdrehen

Im Handumdrehen

Ich fragte Paule, warum hier die jungen Leute so anders seien als im Rest der Republik. Wieso sie sich mit Lederhose und Janker oder Dirndl genauso kleideten wie ihre Eltern? Warum sie klaglos die Familienbetriebe übernähmen, in den Wirtschaften kellnerten und Abends mit am Stammtisch säßen? Spielen sie nur Tradition? Oder hatten sie auch etwas davon? Wirtschaftlich vielleicht?

Paule verstand nicht recht, worauf ich hinauswollte. Ich vertagte das Thema.
Wir stärkten uns mit Weißwurst, süßem Senf, Brezel und einem Weißbier.

T182-Essen-02

Und zogen weiter.

Kein Gemecker

Kein Gemecker

Über einen kleinen Berg und schon war ich in einer anderen Gegend. Karwendel-Gebirge!

Bayerisch Idyll 1

Bayerisch Idyll 1

Diese Felsen musste ich umlaufen. Sie markierten ziemlich genau die Grenze mit Österreich.

Bayerisch Idyll 2

Bayerisch Idyll 2

Nach 4 Stunden schließlich in das Obere Isartal eingebogen.

Yosemite Bavariae

Yosemite Bavariae

Auf Hangwegen begleitete ich den Fluss, der hier – wenn nicht gerade Schneeschmelze ist – eher ein Flüsschen ist.

Auf nach München

Auf nach München

Paule brauchte immer wieder eine Pause. Er kühlte sich seine gebrochene Hand im Isarwasser.

T182-Paule-02-imp

Ich versuchte noch einmal etwas aus ihm heraus zu locken. Wollte wissen, warum Bayern so anders funktioniert? Warum es für viele junge Menschen hier selbstverständlich ist, einmal im Jahr an einer Wallfahrt teilzunehmen? Warum sie dem Hüttenzauber und Jodelquatsch nicht überdrüssig würden? Warum …. ?

Paule antwortete einfach nicht, trat dafür nach einer Schleiche am Wegesrand.

Schleich Di !

Schleich Di !

Der Wanderweg meist eine breite Sandstraße.

Yosemite Bavariae 2

Yosemite Bavariae 2

Selten kamen ein paar Radfahrer vorbei. Die Isar schwoll ein wenig an. Klitzeklar das Wasser.

Herbst blättert ab

Herbst blättert ab

Nach 9 Stunden, die zwar anstrengend waren, aber doch eher einem Spaziergang glichen, erreichte ich Vorderrieß. Kaum mehr als 3, 4 Häuser am Isarufer.

Der Weg ist am Ziel

Der Weg ist am Ziel

Aber einen Gatshof gab es, in den ich mich einquartierte.

Hunger: Krustenbraten mit Kartoffelsalat. Ordentlich. 9, 50 Euro.

T182-Essen-01

Paules Hand hatte sich nun gänzlich selbständig gemacht. Zapfte unablässig ein Bier.
Ich half ihm beim Trinken.

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Unterkunft: 45 Euro (mit Frühstück).

Mit blasphemischer Chuzpe nach Garmisch-Partenkirchen

Wespenalarm!
Morgens um 9!
Ein in Schutznetze eingehüllter Beamter kam mir auf dem Ammeruferweg fuchtelnd entgegen und bat mich, einen großen Umweg zu machen.
Sie würden gerade das Nest aggressiver Wespen ausheben. Es sei zu gefährlich weiter zu gehen.
Ein einheimischer Radler und Grantler protestierte. Das sei doch alles Unfug. Die Ammer flösse durch ein Naturschutzgebiet. Wie könne man da Wespen töten. Der Radler radelte weiter und ich machte einen Umweg.
Ich hatte anscheinend zuviel Respekt vor der wilden Natur!

eingefasst

eingefasst

Mein Weg heute: von Unterammergau nach Garmisch-Partenkirchen. Etwa 21 km.

GPS-180-Unterammergau

GPS-Gesamtstrecke bis 180

Trotz Umweg: Oberammergau war schnell erreicht.
Durch die Passionsspiele weltberühmt, ist es in Wahrheit ein eher langweiliger Ort.
Wäre da nicht der bayerische Sinn für Theatralik und barocke Bühnenbilder.

Kaum ein Haus ohne Giebelkreuz.

Grüß Gott

Grüß Gott

Kaum eine Fassade ohne ausschweifende Bemalung.

Giebel-Kunst

Giebel-Kunst

Ich fragte mich, in welche Inszenierung ich da geraten und welche Rolle mir zugedacht war?

Triptichon

Triptichon

Die Jesus Passion als Comic-Strip, Golgotha in die Ammergauer Alpen verlegt. Buben, die vor dem Gekreuzigten Schuhplattler tanzen. Die Monte Pythons hatten bei weitem nicht so viel Phantasie und blasphemische Chuzpe wie bayerische Lüftlmaler und Holzschnitzer.

Nirgendwo feiert sich das bajuwarische Klischee dermaßen ungeniert wie auf diesem Streckenabschnitt meiner Tour.

Gar lustig sind die ...Buam

Gar lustig sind die …Buam

Die Ammer jetzt rauer, nur manchmal hob sich der Nebelschleier und ich konnte ahnen, dass ich durch Gebirge wanderte.

Bach oder Fluss?

Bach oder Fluss?

Akt II der Inszenierung begann: Kloster Ettal. Eine mächtige Benediktiner-Abtei. Kein Ort der Stille. Japaner und vor allem Chinesen bevölkerten das Areal. Klar gibt es eine berühmte Basilika. Klar ist es ein Wallfahrtsort. Aber was suchen all die Menschenmassen selbst im Nebel hier?

Es ist das Gesamtkunstwerk bayerischer Mönche! Zum Kloster gehören große Bierschenken, Klosterbrauereien, Destillerien und eine Vielzahl von Souvenirläden. Vorgeführt wird das bajuwarische Lebensgefühl und die bayerische Sicht auf die Welt.

Gran Dios

Gran Dios

Ich sah mir die Basilika an.

Zangengriff

Zangengriff

Erst jetzt, als ich beim Anblick der Kuppelfresken das Wort „grandios“ murmelte, fiel mir etwas auf.
Ich musste verdammt alt werden, um so etwas Simples und Naheliegendes zu bemerken, dass „grandios“ nichts anderes bedeutet als „Großer Gott“ („Gran Dios“). Hijo, warum lauf ich nur so verblödet in der Welt herum.

Hinter dem Kloster folgte der Wanderweg einem alten Saumpfad, dem Kienbergweg. Schon im 14. Jahrhundert eine wichtige, aber auf diesem Abschnitt gefürchtete Handelsverbindung zwischen Venedig und Augsburg. Ein gefährlicher Pfad noch heute. Breit und gut begehbar ist er nur am Anfang. Danach wird er eng, steinig, steil und rutschig.

Go down

Go down

Teil III der Inszenierung: der Kreuzweg.

Obwohl hier sicher keine Rentner, nicht einmal im Senioren-Sommer, auch keine Japaner und Chinesen den Hang hinunter rutschen: Es war eine schlichte, aber beeindruckende Via Dolorosa. Ausdruck von Volksfrömmigkeit, die nicht auf das große Publikum zielt.
Aber eine Landschaft, ein versteckter Winkel ohne eine Inflation religiöser Symbole: in Bayern kaum erlebt.

Wieviele Kreuze verträgt eine Landschaft?

Wieviele Kreuze verträgt eine Landschaft?

Auf halber Strecke ins Tal: ein alter Grabstein.

„Hier starb
mitten in seiner rastlosen Tätigkeit
am 15. August 1875
Herr Franz Xaver Hauser
Steinmetzmeister aus München
geboren am 15. April 1812
Zu Binswang in Tirol.

Er wurde duch das Umstürzen
der zur Oberammergauer Kreuzigungs
Gruppe gehörigen Johanes Figur
deren Transport er leitete
getötet.“

Pech gehabt

Pech gehabt

Am Ende des Kreuzweges das Loisach-Tal.
Ich konnte die Feld-, Weg- und Fluss-Kreuze nicht mehr zählen, an denen ich heute vorbei gewandert war.

Platzhalter

Platzhalter

Nach 6 Stunden Garmisch-Partenkirchen erreicht.

Ludwigstrasse

Ludwigstrasse

Die Geschichte fing wieder von vorne an: Hausmalereien, Kreuze, Passionswege, Bajuwaren-Kitsch.

Augen Blick

Augen Blick

Ich hatte genug.
Ich setzte mich in ein Lokal und schloss die Augen. Ich wollte keine Dirndl, keinen Janker, Gambsbart, keine Lederhose oder Tracht, keine nach Luft schnappende Touristen und eigentlich überhaupt nichts mehr sehen. Ich war erschöpft.

Hunger: Ochsenbäckchen mit Kohlrabi und Semmelknödeln. 14 Euro. Naja.

T180-Essen-01

Unterkunft: 68 Euro (mit Frühstück).

Japanische Stille an bayerischen Seen und auf dem Weg nach Unterammergau

Füssen ist ein babylonischer Ort. Vielfältige Sprachen in den Straßen.
Sicher kommen die Touristen nicht aus der weiten Welt hierher, um sich das eher langweilige Städtchen anzuschauen. Es gibt schönere in Bayern.

Rote Kapelle

Rote Kapelle

Füssen ist Ausgangspunkt für die Tour zu den Königsschlössern des verrückten Ludwig II.

Und genau das hatte ich mir heute auch vorgenommen: eine Wanderung zu zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.
Die Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Danach wollte ich noch ein wenig weiterlaufen. Es wurde schließlich ein sehr langer Tag und rund 40 Kilometer, die ich marschieren musste.

GPS-179-Fuessen

GPS-Gesamtstrecke bis 179

Um 9 Uhr hatte ich Füssen verlassen und mich über einen kleinen bewaldeten Hügel zum Schwansee aufgemacht.

Märchenwald

Märchenwald

Der Nebel sollte den ganzen Tag mein Begleiter sein.

Swansee

Swansee

„Japanische“ Stille um den Teich.

Variation von Swansee

Variation von Swansee

Schilf, Gras, Seerosen meditierten und bewegten sich dabei nicht.

Sweet Rose of Bayern

Sweet Rose of Bayern

Windlose Stille.

KeinVorgartenteich

Kein Vorgartenteich

Von der Ruhe zum Tumult war es jedoch nicht weit. Eine halbe Stunde nur bis zu den Burganlagen. Und das babylonische Sprachgewirr schwoll orkanartig an. Tausende Menschen hatten sich an diesem kalten und grauen Sonntagmorgen aufgemacht, Traumfotos in ihre digitalen Tagebücher zu kleben.
Nur: Zu sehen bekamen sie fast nichts.

Hohenschwangau in Nebel gehüllt.

Fog Castle

Fog Castle

Neuschwanstein fast unsichtbar.

Edgar Wallace was here

Edgar Wallace was here

Ich hätte heute in vielen Sprachen das Wort „Scheiße“ lernen können. Hatte aber nicht die Geduld, mir die enttäuschten Schnappschüssler länger anzuschauen und zog weiter.

Ludwig II war Japaner!

Ludwig II war Japaner!

Ausgesprochen schöne Herbst-Wanderwege durch die bayerische Provinz.

All along the ...

All along the …

Die Dörfer kompakt, nicht zersiedelt.

Bavaria

Bavaria

Manche mit wunderschönen alten Bauernhäusern.

Bavaria Ausschnitt 1

Bavaria Ausschnitt 1

Bavaria Ausschnitt 2

Bavaria Ausschnitt 2

Bauern bekam ich nicht zu Gesicht weder in den Straßen noch auf den Feldern.
Nur ein paar verspielte Kinder auf Fassaden.
Bayern weiß sich zu inszenieren!

Bavaria Ausschnitt 3

Bavaria Ausschnitt 3

Erstaunlicherweise fiel mir das Gehen leicht heute. Nicht einmal Pausen brauchte ich. Sehr gleichmäßig mein Schritt.

Alle Wege führen zum Kreuz

Alle Wege führen zum Kreuz

Ich genoss die Ruhe. Der Nebel nahm der Landschaft die Akzente.

Kein weg net ohne Vieh

Kein weg net ohne Viech

Kontrastarm auch meine Gedanken. Sie marschierten so mit meinen Füßen mit. Irgendetwas dachte in mir, aber schon im nächsten Moment konnte ich mich daran nicht mehr erinnern.

Manchmal eine seichte Furt und ein kleiner Zweifel: Which way to go?

Which way?

Which way?

Es wurde spät und dunkel.

Finsternis sah mit Hundert schwarzen Augen aus den Tannenbäumen. (Frei nach Goethe.)

Wegmarke

Wegmarke

Das Hochmoor glühte sich noch einmal warm für die kalte Nacht, die jetzt hereinbrach.

Lieber Herbst

Lieber Herbst

Nach 11 Stunden und in ziemlicher Dunkelheit erreichte ich Unterammergau.

Durst: Paulaner Bier. (Nicht gerade meine Lieblingssorte.)

Hunger:
Brätsuppe: 3,50 Euro. Deftig und schmackhaft.

T179-essen-02

Allgäuer Kässpätzle. 7,50 Euro, Preis gut. Essen leider nicht.

T179-essen-01

Unterkunft: 65 Euro (mit Frühstück).
(Mit dem Zug war ich ins 4 km entfernte Oberammergau gefahren und hatte mir dort ein Quartier gesucht.)

Spät saß ich noch in einer Wirtschaft und sah den heimischen Stammtischbrüdern beim Watten zu.
Ein ziemlich schlitzohriges Kartenspiel.

T179-Stammtisch-01

Durch Nebelwände nach Füssen

Ohne große Erwartungen losgezogen. Zu dicht war der Nebel, der den Morgen einhüllte.

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Ich wollte mal wieder hoch hinaus. Auch die Hände beim Gehen benutzen. Also wählte ich eine Bergroute und setzte mir als Minimalziel für heute: Füssen. 17 km entfernt. Um 9 Uhr hatte ich mein Unterkunft verlassen.

GPS-178-Pfronten

GPS-Gesamtstrecke bis 178

Breite, aber steile Straße zunächst, die zum feinen Schlosshotel Falkenstein führte.
Von dort kamen mir Gäste entgegen. In alten Luxusschlitten.

Ohne Nebelhorn

Ohne Nebelhorn

Ein Benz nach dem andern.

Old times

Old times

Bald verieß ich die Teerpiste und kämpfte mich einen erst gemütlichen, dann immer wilderen und steilen Serpentinenpfad hinauf.
Ziemlch glitschig. Mehrmals musste ich ziemlich unfreiwillig auf allen Vieren kraxeln.

Mehr Wurzeln als Äste

Mehr Wurzeln als Äste

Und dann war es plötzlich da! Das Glück!

Dach meiner Welt

Dach meiner Welt

Ich war oben. 1.280 Meter hoch. Und empfand – so pathetisch es klingt – reines Glück.

Über den Wolken sind Wolken

Über den Wolken sind Wolken

Schwere unter mir, Leichtigkeit um mich herum.

Aus den blauen Bergen

Aus den blauen Bergen

Es wird mir immer rätselhafter, was Glück überhaupt ist, wenn ein simpler Bergaufstieg plus ein bisschen Sonne genügen, dass der Körper so verschwenderisch mit Endorphinen umgeht.

Kreuzglücklich

Kreuzglücklich

Ich hatte die Burgruine Falkenstein erreicht. Hier plante Ludwig II. einmal eine noch größere Märchen-Burg als Neuschwanstein.

Mal 'ne richtige Bezeichnung: 2Falken-Stein"

Mal ’ne richtige Bezeichnung: „Falken-Stein“

Zum Glück war nichts daraus geworden. Ich hatte den Falkenhorst lange ganz allein für mich und versuchte von oben eine Gesetzmäßigkeit in den Nebelbewegungen unten zu entdecken.
Mit Entropie hatte, was ich sah, nichts zu tun.
(Da konnte ein Demiurg noch so die Welt unter mir hin und her schütteln: Nichts verteilte sich gleichmäßig und nichts löste sich ins Nichts auf. Nix und niemands starb heute den Wärmetod!)

Alternativheimat für Lochness

Alternativheimat für Lochness

Beim Abstieg machte ich noch einen kurzen Abstecher zur Mariengrotte knapp unterhalb des Falkensteins.

Höhenschwindel

Höhenschwindel

Beeindruckend die Lage. Kitschig die Ausführung. Lourdes-Nippes in die Berge verlegt.

Grottenkitsch

Grottenkitsch

Dame und Magd

Dame und Magd

Über den Bergkamm (Zirmgrat) wanderte ich weiter Richtung Füssen.

Manche Täler schafften es sich irgendwie nebelfrei zu machen.

Wann fällt er ?

Wann fällt er ?

Will gar nicht mehr runter!

Will gar nicht mehr runter!

Im Zirmwald tobte sich dafür die Nebelfee jetzt so richtig aus.

Erleuchtet

Erleuchtet

Erst alte Grenzsteine machten mir bewusst, dass ich mich ziemlich genau auf der deutsch-österreichischen Grenze bewegte und das in stattlicher Höhe.

Kunstvoll

Kunstvoll

Wer hat eigentlich jemals Zeit gehabt, den zickzackigen Grenzverlauf hier festzulegen und zu markieren? (War es dieselbe nationalistische Energie, die Staaten in der Arktis, auf dem Mond, auf dem Mars und irgendwann in der Milchstraße Grenzen ziehen lässt?)

Guter Steinmetz

Guter Steinmetz

Die bewirtschaftete Hütte auf der Saloperalm liegt auf Tiroler Gebiet, die Zufahrt aber ist nur von der bayerischen Seite möglich. Und von dort strömten Massen der Samstags-Sonne entgegen.

Hüttenzauber?

Hüttenzauber?

Vor der Almhütte die Staatsgrenze.

Urdeutsches Wort: Achtung!

Urdeutsches Wort: „Achtung“!

Das Schild offensichtlich vom Staate Österreich aufgestellt.
Ich hätte ja zu gerne gewusst, vor was ich mich in Acht hätte nehmen sollen. Und wenn nicht, welche Sanktionen mir gedroht hätten. Und von wem.

Grenzen sind heute in Europa ein Scherz. Ich vermute, Witzbolde haben dieses Schild hier aufgestellt. (Oder die Österreichische FPÖ, die meint es ja ernst mit Ab-GRENZungen.)

Nach einigen Stunden war ich wieder im Tal. Immer noch mit Glücksgefühlen. Der Alat-See vor mir.

Ludwig II hätte sich hier auch ersäufen können

Ludwig II hätte sich hier auch ersäufen können

Lange wusste ich nicht, ob ich mich nun auf deutschem oder österreichischem Boden bewegte. Der Wald gab mir die Antwort.
Der Herbst hatte ihn Schwarz-Rot-Gold markiert.

Wald-Fahne

Wald-Fahne

Der Rest war ein Spaziergang. Die Iller entlang.

Fischerparadies

Fischerparadies

Bis Füssen. Gegen 16 Uhr fand ich ein Hotel.

Durst: Bier!

Hunger:
Zanderfilet in Dillsauce. Zander ziemlich trocken gebraten.

T178-Essen-01

Unterkunft: 65 Euro (mit Frühstück).

Kuhglockengebimmel und Donnergrollen treiben mich nach Pfronten

Immenstadt in der Kälte verlassen. Die Nächte werden langsam winterlich kühl.
Schnell aus dem Städtchen raus und die Iller überquert. Konturlos das Nebellicht.

(Mir kam der Spruch in den Sinn, den wir in der Schule in und auswendig lernen mussten: „Iller, Lech, Isar, Inn: fließen rechts der Donau hin. Altmühl, Naab und Regen: fließen ihr entgegen„).
Den ganzen Tag hatte ich Mühe, diesen Lern-Reim aus dem Kopf und den hartnäckigen Souffleur in mir zum Verstummen zu bekommen.

I.L.I.I.

I.L.I.I.

Mein Tagesziel: weit kommen. Möglichst bis Pfronten. Mit Umwegen würden das 34 km werden.

GPS-177-Immenstadt

GPS-Gesamtstrecke bis 177

Der Herbst war erst eine Woche alt und doch schon kräftig. Trübnis draußen und innen drin. Kalt blieb es. Zumindest gefühlt. 18 Grad sollten es sein, ich spürte sie nicht.

18 Grad und doch kalte Stimmung

18 Grad und doch kalte Stimmung

Manchmal querte ich abgefressene Wiesen, um eine lange Wegbiegung abzukürzen.

Das Meer ist grün

Das Meer ist grün

Viel Autolärm von der nahen Bundesstraße. Und wenn mal nicht, bimmelten ständig Kuhglocken. Selbst wenn sich die Viecher auf den Weiden nicht bewegten.

Ich folgte erst Stunden einem Radweg, der sich Bodensee-Königssee Radweg nannte. Auf dem aber niemand radelte.
Dann büchste ich aus und schritt Wirtschaftswege ab, die mich in die Höhe spiralten.

Lichtlose und lustlose Blicke nach unten. Dabei: schöne Allgäuer Landschaft.
Nur ohne Sonne. (Ich wunderte mich selbst, wie empfindlich ich gerade auf Sonnenmangel reagierte!)
Dicke Regentropfen und ein dumpfes Gewittergrollen ließen mir keine Zeit, eine Rast einzulegen.

Grün=Kalt

Grün=Kalt

Dabei ist das Allgäu genau so wie es für sich wirbt.
Nutzte nichts, ich hatte den unbezwingbaren Wohnwagen-Blues: die Welt zu klein für mich! Wo gibt es eine größere oder zumindest andere?

Wohn-Wagen-Blues

Herzlich Willkommen, Welcome

Die Dörfer führten allesamt klingende Sportschau- oder Bierbrauer-Namen.
Aber eigentlich sahen sie heute alle aus wie Nesselwang: schnell durch!

Straße führt rein und wieder raus

Straße führt rein und wieder raus

Jemand pfiff mir Guildos Horn Lied hinterer: „Ich habe dich lieb.“ Piep Piep Piep.

Was soll das?

Was soll das?

Ich floh wieder auf Wiesen- und Waldwege. Ignorierte spöttische Kühe und war froh, als ich endlich nach 9 Stunden erfolgloser Stimmungsaufhellung Pfronten erreichte.

T177-Kuh-Siesta-01-imp

Wobei: Pfronten existiert ja eigentlich nicht. Ich hatte erhebliche Mühe, das Ortszentrum zu finden. Pfronten: Das sind eigentlich eine Handvoll (oder auch mehr) Minigemeinden, die zu einem Namen zusammengefasst sind.

Ich quartierte mich in einer Traditionswirtschaft ein.
Trank die Gaststube leer.
Zötler Bier. Gut! (Wahrscheinlich die älteste Privatbrauerei Bayerns. Seit 1447!!!!)

T177-Bier-01

Hunger: Leberknödelsuppe. Okay.

T177-essen-01

Hauptspeise: Schweinshaxe. Sensationell! (Ich brauchte jetzt keine Sonne mehr als Stimmungsaufheller.)

Yeah!

Yeah!

Unterkunft: 50 Euro (mit Frühstück).

Lauf,lauf,lauf bis Immenstadt

Lingenau im Tiefschlaf.
So früh war ich doch gar nicht aufgebrochen. Halb neun. Und doch hatte ich das Gefühl, das ganze Dorf sei noch beim Frühstück.
Kein Bauer im Hof oder im Feld, keine Magd Milch schleppend, keine verrotzten Kinder auf dem Schulweg. Nicht mal Touristen, die ihre Autos warm laufen ließen.

Selige Stille.

Nur manchmal hatte ich das Gefühl, die Luft knirsche. Ich musste mich getäuscht haben.

Schlafende Häuser

Schläfrige Häuser

Mein Tagesziel: irgendein Dorf in Bayern erreichen. Es wurde lang und weit. 41 km am Ende – bis ich Immenstadt erreichen sollte.

GPS-176-Lingenau

GPS-Gesamtstrecke bis 176

Regen war angesagt. Gewitterwarnung. An Bergbesteigungen nicht zu denken. Bisweilen packte es doch ein Sonnenstrahl Täler und Bergkämme zu verschönern.

Schläfrige Dörfer

Schläfrige Dörfer

Wie laut ein harmloser Bach sein kann, wenn er nur über ein paar größere Kieselsteine holpert.

Permanentes Spülgeräusch

Permanentes Spülgeräusch

Die meisten Häuser im Bregenzer Wald im traditionellen Schindel-Stil.
Die neuen waren hellbraun, die älteren bevorzugten runzeliges Schwarzbraun als Farbton.

Würd gern die Schindeln zählen

Würd‘ gern die Schindeln zählen

Malerwinkel zuhauf.

Kirchturm als Wolkenpiekser

Kirchturm als Wolkenpiekser

Ich lief Wirtschafts- und Feldwege entlang. Und trotzdem erklomm ich wieder Serpentinen folgend Bergpässe. Einmal, kurz vor der Grenze zu Deutschland, zeigte meine höhenmessende Uhr 1.050 Meter an.

Mitten auf einer Almwiese das güldene Hoheitszeichen der Bundesrepublik D.

Orange-Gold

Orange-Gold

Die Dörfer auf der bayerischen Seite nicht anders als die auf der österreichischen. Irgendwann waren die ja auch mal eins.

Dampftäler

Dampftäler

Mittlerweile regnete es stark. Es hörte erst auf, als ich gegen Viertel vor zwei Oberstaufen erreichte. Das Zentrum leer, die Touristen saßen beim Mittagsmahl. Vorwiegend Senioren-Paare, die sich verständnisvoll anschwiegen.

So sind Zentren halt

So sind Zentren halt

In und um Oberstaufen zeigten zahlreiche Gebäude wie kreuzkatholisch deren Besitzer waren. Prachtvolle und fast schon genüsslich ausmodellierte Kreuzigungsszenen knapp unterhalb der Hausgiebel. (Jetzt erst verstand ich den Sinn des Wortes „Kreuz“-Katholisch!)

Verspielt

Verspielt

Seriös

Seriös

Irgendetwas trieb mich weiter. Schon seit zwei, drei Tagen hatte ich an (in?) mir eine innere Unruhe bemerkt. Ich war nicht mehr aufmerksam den Menschen gegenüber, denen ich begegnete, aber auch nicht mehr mir gegenüber. Ich hatte kaum Geduld, einen Gedanken weiter zu spinnen, ein wenig vor mich hin zu träumen. Es schien, als sei alles in mir darauf gerichtet, endlich anzukommen, meine Grenzwanderung zu beenden. Viel fehlte ja auch nicht mehr. Noch zwei Wochen, 350 Kilometer vielleicht. Meine ganze Energie war darauf gerichtet, meinen Körper lauffähig zu halten. Und ich lief und lief und lief.

Schöne Wanderwege.

Aussichtsreich

Aussichtsreich

Kurz hielt ich inne an einem kleinen Wasserfall.

Kein Spülgeräusch - klingt eher nach Rieseln

Kein Spülgeräusch – klingt eher nach Rieseln

Kurz vor 18 Uhr erreichte ich den Alpsee. Hundemüde schon, aber die Wolkendecke brach gerade auf. Die Sonne legte für einige Sekunden ein surreales Milchlicht über die Landschaft.

Vision-Art 1

Vision-Art 1

Vision Art 2

Vision Art 2

Am liebsten wäre ich hier geblieben, hätte mir gerne eine Unterkunft in Bühl am Alpsee genommen.
Fehlanzeige.

Don't be afraid

Don’t be afraid

Bis Immenstadt musste ich gehen, um ein Hotel zu finden. Halb acht unterschrieb ich den Gast-Zettel. Knallte mich in die Gaststube und ließ mich verwöhnen.

Durst: Allgäuer Büble Bier. Schmackhaft. Ging runter wie nix! (Allgäuer Brauhaus – seit 1888 / mittlerweile zur Radeberger Gruppe gehörend.)

T176-Bier-01

Hunger.
Vorspeise: Tafelspitz-Suppe mit Brätstrudel. Ging auch runter wie nix! 3,50 Euro.

T176-Essen-01

Hauptspeise: Zwiebelrostbraten mit Allgäuer Spätzle. Fleisch war vom heimischen Weiderind. Sehr schmackhaft. Spätzle gut. Ging ebenfalls runter wie nix! 18,90 Euro.

T176-Essen-02

Unterkunft: 40 Euro (mit Frühstück). Sehr anständig.

Gipfelglück auf dem Weg nach Lingenau

Das ganze Haus schmaler als eine Haustür breit. 57 cm!
Hätte mich ja schon interessiert, einen Blick hinter die Fassade zu werfen.

small is beautiful

small is beautiful

Über 200 Jahre ist das Bregenzer Anwesen alt. Spindeldürr scheint es nur auf der Eingangsseite, nach hinten weitet sich das Gebäude.
Anyway: Das ändert nichts daran, dass es wohl die schmalste Hausfassade in Europa ist.

Aus Bregenz fand ich zügig raus. Mein Ziel: durch den Bregenzer Wald bis nach Lingenau. Ein 26 km langes Hoch Tief-Unternehmen.

GPS-175-Bregenz

GPS-Gesamtstrecke bis 175

Von Bregenz bis in den den Vorort Wolfurt ging es nur mäßig bergauf.

Schon im Wald - und sieht doch nicht so aus

Schon im Wald – und sieht doch nicht so aus

Ab dann eine stete Berg- und Talfahrt. Mal schnell 300 Meter hoch, dann rasant nach unten, um gleich wieder heftig anzusteigen.

Alpen eben! Schon nach 2 Stunden war ich völlig durchgeschwitzt.

Ich versuchte der Beschilderung zu folgen. War trotzdem oft orientierungslos. Ab und zu stieg ich einfach Bergwiesen hinauf, in der Hoffnung, oben wieder Wege zu finden.

Navi-Wege!

Navi-Wege!

Oben dann die überraschende Belohnung: das Gasthaus „Dreiländerblick“. An klaren Tagen ein Wahnsinnspanorama. Heute konnte ich Bodensee, Rheinmündung, Schweiz und Deutschland nur schemenhaft erahnen.

Fängt nicht an, hört nicht auf

Fängt nicht an, hört nicht auf

Gott sei Dank hatte ich mir in Lindau einen Alpen-Wanderführer besorgt. Bei der Vielzahl der sich kreuzenden Wege wäre ich völlig aufgeschmissen gewesen.

Mein Navi hilflos.

Meine Wegekarte

Meine Wegekarte

Ich schaffte es auf den ersten Gipfel. Noch nicht wahnsinnig alpin: Schlappe 1.180 m. Reichte aber für intensive Glücksgefühle.

Angekommen

Angekommen

Man sieht dem Brüggele-Kopf nicht an, welche Anstrengung es kostete, ihn zu erklimmen. Extrem steile, knieschädigende und rutschige Pfade. An zwei Stellen sogar kurze Seilsicherung. 5 1/2 Stunden war ich von Bregenz jetzt ohne nennenswerte Pause unterwegs.

OnTop of the hill

On top of the hill

Runter war einfach. Wirtschaftswege und Schotterpisten!

Who goes up must go down

Who goes up must go down

Schöne Postkarten!

Immer!

Immer!

Schindel-Hannes wohnt hier.

Aber beim Runtergehen, geht's manchmal auch wieder hoch

Aber beim Runtergehen geht’s manchmal auch wieder hoch

Minigipfel mit Gipfelkreuz.

Keine Details!

Keine Details!

Die Bregenzer Alpen sind manchmal sehr lieblich.

Immer nur Totalen!

Immer nur Totalen!

Ich hatte bislang überhaupt keine Zeit gehabt, über irgendetwas nachzudenken. Die ganze Tagestour war ich nur darauf fixiert, meine Beine am Laufen, meinen Atem und Puls gleichmäßig zu halten und nicht aus dem Tritt zu kommen.

Mein Wasser und Essbedarf stieg derweil dramatisch. Wo immer es eine Bergwirtschaft gab, trank ich beinahe literweise Wasser, Apfelschorle und Bier.
Wo immer es etwas zu Essen gab, schlug ich zu.

Hunger:
(In Alberschwende – vor dem Aufstieg zum Brüggele-Kopf.) Frische Pfifferlinge mit Semmelknödel. Äußerst fein. 12,90 Euro.

T175-Essen-01

(Berggasthof Brüggele.) Zwetschgen-Datschi mit Sahne. Leicht warm und köstlich. 3,50 Euro.

T175-Essen-02

(Gasthof in Lingenau.) Bregenzwälder Käsespätzle. 12 Euro. Exzellent! Nicht penetrant und doch kräftig. Klasse Käsegeschmack.

T175-Essen-03

Die Wirtin erklärte mir, dass ihre Küche einen sehr feinen Bergkäse für die Spätzle benutzen würde. Ich gratulierte ihr für den Geschmack.

Schon als ich nach nach 9 1/2 Stunden reichlich erschöpft nach Lingenau hineingewandert war, hatte ich mir draußen rasch die Speisekarten der drei, vier Gasthäuser angeschaut. Alle hatten das gleiche Programm: Wiener Schnitzel, Jägerschnitzel, Grill-Teller, Bregenzer Käsespätzle.

Ich fragte mich, ob die Österreicher hier einfach nichts anderes essen oder ob die Touristen für die krasse Verarmung der Speisekarten sorgten.

Ich hatte nicht ahnen können, dass ein guter Koch auch phantasielosen Gast-Ansprüchen trotzen kann.
Mein zweites Gipfelglück heute.

Unterkunft: 50 Euro (mit Frühstück).

Pausengang nach Bregenz

Lindau unter einer Dunstglocke.

Nicht scharf zu kriegen

Nicht scharf zu kriegen

Meine Rückenmuskeln signalisierten mir, dass ich eine Wanderpause machen sollte. Ich gehorchte.
10 Kilometer trotzte ich dennoch meinem Körper ab. 2 1/2 Stunden von Lindau nach Bregenz.

GPS-174-Lindau

GPS-Gesamtstrecke bis 174

Auf dem gemütlichen Spaziergang nach Österreich ein paar Graffiti.

Heino-Frisur

Heino-Frisur

Anonymos kann sprayen!

Claudia Roth Frisur

Claudia Roth Frisur

Und er hat Sinn für leuchtende Farben.

Lauda Käppi

Lauda Käppi

In Bregenz eine dichte Nebeldecke.
Erst gegen Abend lichtete sich der Nebel etwas.

Mit der Pfänderbahn fuhr ich auf den Bregenzer Hausberg.

Aus dem Nebel in den Dunst

Aus dem Nebel in den Dunst

Morgen werde ich mir einen dieser Berge aussuchen. Dann geht es in die Alpen!

Höhere Sphären

Höhere Sphären

Hunger.
Vorspeise: Rheintaler Mostsuppe mit Gemüsestreifen. Sehr schmackhaft! 4,60 Euro.

T174-Essen-01

Hauptgericht: Wiener Schnitzel (Kalb). Viel und gut. 18,90 Euro.

T174-Essen-02

Unterkunft: 80 Euro (mit Frühstück).

An Rentnernistplätzen vorbei nach Lindau

Bodensee weckt MEERGefühle.

Der See aber still, will nicht plätschern. Kein Wellenanschlag am Ufer. Das Wasser schon kalt.

Im Herbst baden nur noch Schwäne.

Swansee

Swansee

Um halb zehn hab‘ ich mich von der netten Hotelwirtin verabschiedet. 27 km hatte ich heute zu gehen. Bis Lindau.

GPS-173-Friedrichshafen

GPS-Gesamtstrecke bis 173

Die erste Stunde führte der Pfad durch das Eriskircher Ried. Rückzugs-, Brutgebiet und Zwischenlandeplatz von Zugvögeln.

Das Moor tut seine Schuldigkeit

Das Moor tut seine Schuldigkeit

Noch hat der herbstliche Vogelzug nicht begonnen. Auch der Greif wird langsam ungeduldig.

T173-Greif-01-imp

Statt Vögel haben allerdings Fahrradfahrer den Bodensee zu ihrem herbstlichen Nistplatz gemacht. In riesigen Schwärmen fallen sie über Trampelpfade, Seitenstrassen und Wanderwege her.

High High High-Tech Society

High High High-Tech Society

Unendlich viele Rentner unterwegs. Wer von ihnen nicht mehr laufen kann, besitzt zumindest ein E-Bike.
So außerordentlich schön der Bodensee ist, die Radfahrer machen ihn für jeden Wanderer zur Hölle.
Ein ständiges Klingeln, Rufen, aus dem Weg Scheuchen. Vor allem die Alten mit ihrem an Supermarkt-Kassen eingeübten Dauerdrängeln ließen mich ernsthaft über Kung Fu-Techniken, Stock in Speichen Schlagen und heimlich Reiszwecken in die Fahrbahn ausstreuen nachdenken.

Massen-Migration

Massen-Migration

Der Weg nach Lindau ist anscheinend besonders beliebt. Dabei war nicht einmal Wochenende. Senioren-Sommer eben!

Ich setzte mich entnervt kurz ans „Malereck“ und ließ die Horde mit ihren Elektromotoren hinter mir vorbeisummen und -klingeln.

Guter Landschaftsarchitekt

Guter Landschaftsarchitekt

Bei Nonnenborn zum letzten Mal auf meiner Tour das Bundesland gewechselt! Wieder in Bayern!

Unübersehbar. Sofort Bildstöcke am Wegrand.

Es wird bayerisch

Es wird bayerisch

Nach 8 Stunden die Schein-Insel Lindau über die erste Landbrücke betreten.
Biergartenwetter.

Linda

Linda

Durst: Leibinger Hefeweizen. Ist verdammt gut die Kehle hinunter gelaufen. (Ravensburger Brauerei, seit 1894.)

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Hunger:
Zander mit Zitronensauce und Kapern. Gut zubereitet. 17,50 Euro.

T173-Essen-01

Den Tag erst am Hafen, dann in einer Musikkneipe ausklingen lassen. Eine Vietnamesin sang klassischen Pop und Folk.
Sie hatte ein ansteckendes Lachen.

Capri kann nicht schöner sein

Capri kann nicht schöner sein

Unterkunft: 65 Euro (mit Frühstück).