Mit fallendem Herbstlaub nach Rottach-Egern

Manchmal erschreckten mich fallende Herbst-Blätter, wenn sie meinen Kopf streiften.
Manchmal lösten sich kleine Ästchen von den Bäumen und schwebten langsam zu Boden, getragen von drei, vier Fallschirmen, die wie Herbstlaub angemalt waren.

Schneisenwald

Schneisenwald

Zum ersten Mal hörte ich einen Hirsch in freier Wildbahn röhren. Ich war beeindruckt. Sehr weit weg kann er nicht gewesen sein. Oder er hatte ein ungemein kräftiges Organ.

Ich folgte einem schönen Waldpfad. Auf meinem Weg nach Rottach-Egern. 40 km entfernt.

GPS-183-Vorderriess

GPS-Gesamtstrecke bis 183

Eigentlich wollte ich früh aufbrechen. Aber der Gasthof, in dem ich übernachtet hatte, war im Feiertagstrott und entließ mich erst um halb neun.

Aus dem Bergwald wechselte ich bald in das Bachbett der Isar. Schöner Auenwald.

Tal der Weiß-blauen Berge

Tal der Weiß-blauen Berge

Angeblich ist die Obere Isar noch der einzige Wildfluss Deutschlands.

Das Wasser: quellklar.

Bayerischer Urquell

Bayerischer Urquell

Schon bald war es jedoch vorbei mit der Wildheit. Die Isar wurde aufgestaut zu einem künstlichen See, dem man das Menschengemachte nicht ansah.

Smaragküste

Smaragküste

Wieder Glücksgefühl. Ich kann es nicht erklären warum.
Ähnliches Empfinden wie unterm Gipfelkreuz. Irgendetwas Reines, Befreites. Auf irgend eine Weise eingebunden in die Welt.

Studie in Blau

Studie in Blau

Ich streifte das Ufer des Sylvensteinsees entlang. Konnte den Finger nicht vom Foto-Aulöser nehmen. Er war festgeklebt.

Studie in Blau Grün

Studie in Blau Grün

Studie in Blau und Weißblau

Studie in Blau und Weißblau

Studie in Weiß-Blau 2

Studie in Weiß-Blau 2

Studie in Weiß-Blau 3 (mit ein paar Farbeinsprengseln).

Studie in Weiß-Blau 3 (mit ein paar weiteren Farbeinsprengseln).

Ein paar Fischer waren auf dem Stausee, ich konnte nicht erkennen, ob sie einen Fisch an ihren Angelhaken hatte.
Ich fragte mich, wieso ich nie Anglerinnen oder Fischerinnen sah?
Wieso war dies eine reine Männerdomäne?
Hatten Frauen keine Zeit, Zeit zu verschwenden?

Beute(l) ?

Beute(l) ?

Gegen halb eins dem Sog des Sees entkommen und durch einen Fußgängertunnel den Weg Richtung Lenggries eingeschlagen.

Das Ende zu sehen

Das Ende zu sehen

Noch einige Zeit folgte ich der Isar, die aber durch den Stausee gezähmt war.
Anschließend musste ich einen Berg queren. Von 600 auf 1.000 Meter Höhe. Dann wieder rutschige Wege hinunter, manchmal durch kleine steinige Bachläufe stiefelnd.

Rutschpfad

Rutschpfad

Entlang besonders tief eingeschnittener Schluchten arbeitete ich mich schließlich bis 16 Uhr in das Weißach-Tal hinunter.

Vorsicht!

Vorsicht!

Noch lagen 4 1/2 Stunden vor mir. Immer dem Flüsschen folgend. Ich durchrannte das legendäre Wildbad Kreuth und auch Kreuth selbst. Es wurde dunkel und ich hatte Mühe, in den Kuhwiesen den Pfad zu meinem vorreservierten Gasthof zu finden.
Ein funkelnder Sternenhimmel beleuchtete mir ein wenig den Weg.
Der Kleine Bär über mir weinte Sternschnuppen. Er konnte den Großen Bären, der sich hinter eine Wolke aufhielt, nicht sehen.
Halb neun war ich in Rottach-Egern.

Riesenhunger: Hirschsteak mit Champignons und Butterspätzle. Exzellent. 18 Euro.

T183-Essen-01

Unterkunft: 50 Euro (mit Frühstück)