Durch Nebelwände nach Füssen

Ohne große Erwartungen losgezogen. Zu dicht war der Nebel, der den Morgen einhüllte.

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Ich wollte mal wieder hoch hinaus. Auch die Hände beim Gehen benutzen. Also wählte ich eine Bergroute und setzte mir als Minimalziel für heute: Füssen. 17 km entfernt. Um 9 Uhr hatte ich mein Unterkunft verlassen.

GPS-178-Pfronten

GPS-Gesamtstrecke bis 178

Breite, aber steile Straße zunächst, die zum feinen Schlosshotel Falkenstein führte.
Von dort kamen mir Gäste entgegen. In alten Luxusschlitten.

Ohne Nebelhorn

Ohne Nebelhorn

Ein Benz nach dem andern.

Old times

Old times

Bald verieß ich die Teerpiste und kämpfte mich einen erst gemütlichen, dann immer wilderen und steilen Serpentinenpfad hinauf.
Ziemlch glitschig. Mehrmals musste ich ziemlich unfreiwillig auf allen Vieren kraxeln.

Mehr Wurzeln als Äste

Mehr Wurzeln als Äste

Und dann war es plötzlich da! Das Glück!

Dach meiner Welt

Dach meiner Welt

Ich war oben. 1.280 Meter hoch. Und empfand – so pathetisch es klingt – reines Glück.

Über den Wolken sind Wolken

Über den Wolken sind Wolken

Schwere unter mir, Leichtigkeit um mich herum.

Aus den blauen Bergen

Aus den blauen Bergen

Es wird mir immer rätselhafter, was Glück überhaupt ist, wenn ein simpler Bergaufstieg plus ein bisschen Sonne genügen, dass der Körper so verschwenderisch mit Endorphinen umgeht.

Kreuzglücklich

Kreuzglücklich

Ich hatte die Burgruine Falkenstein erreicht. Hier plante Ludwig II. einmal eine noch größere Märchen-Burg als Neuschwanstein.

Mal 'ne richtige Bezeichnung: 2Falken-Stein"

Mal ’ne richtige Bezeichnung: „Falken-Stein“

Zum Glück war nichts daraus geworden. Ich hatte den Falkenhorst lange ganz allein für mich und versuchte von oben eine Gesetzmäßigkeit in den Nebelbewegungen unten zu entdecken.
Mit Entropie hatte, was ich sah, nichts zu tun.
(Da konnte ein Demiurg noch so die Welt unter mir hin und her schütteln: Nichts verteilte sich gleichmäßig und nichts löste sich ins Nichts auf. Nix und niemands starb heute den Wärmetod!)

Alternativheimat für Lochness

Alternativheimat für Lochness

Beim Abstieg machte ich noch einen kurzen Abstecher zur Mariengrotte knapp unterhalb des Falkensteins.

Höhenschwindel

Höhenschwindel

Beeindruckend die Lage. Kitschig die Ausführung. Lourdes-Nippes in die Berge verlegt.

Grottenkitsch

Grottenkitsch

Dame und Magd

Dame und Magd

Über den Bergkamm (Zirmgrat) wanderte ich weiter Richtung Füssen.

Manche Täler schafften es sich irgendwie nebelfrei zu machen.

Wann fällt er ?

Wann fällt er ?

Will gar nicht mehr runter!

Will gar nicht mehr runter!

Im Zirmwald tobte sich dafür die Nebelfee jetzt so richtig aus.

Erleuchtet

Erleuchtet

Erst alte Grenzsteine machten mir bewusst, dass ich mich ziemlich genau auf der deutsch-österreichischen Grenze bewegte und das in stattlicher Höhe.

Kunstvoll

Kunstvoll

Wer hat eigentlich jemals Zeit gehabt, den zickzackigen Grenzverlauf hier festzulegen und zu markieren? (War es dieselbe nationalistische Energie, die Staaten in der Arktis, auf dem Mond, auf dem Mars und irgendwann in der Milchstraße Grenzen ziehen lässt?)

Guter Steinmetz

Guter Steinmetz

Die bewirtschaftete Hütte auf der Saloperalm liegt auf Tiroler Gebiet, die Zufahrt aber ist nur von der bayerischen Seite möglich. Und von dort strömten Massen der Samstags-Sonne entgegen.

Hüttenzauber?

Hüttenzauber?

Vor der Almhütte die Staatsgrenze.

Urdeutsches Wort: Achtung!

Urdeutsches Wort: „Achtung“!

Das Schild offensichtlich vom Staate Österreich aufgestellt.
Ich hätte ja zu gerne gewusst, vor was ich mich in Acht hätte nehmen sollen. Und wenn nicht, welche Sanktionen mir gedroht hätten. Und von wem.

Grenzen sind heute in Europa ein Scherz. Ich vermute, Witzbolde haben dieses Schild hier aufgestellt. (Oder die Österreichische FPÖ, die meint es ja ernst mit Ab-GRENZungen.)

Nach einigen Stunden war ich wieder im Tal. Immer noch mit Glücksgefühlen. Der Alat-See vor mir.

Ludwig II hätte sich hier auch ersäufen können

Ludwig II hätte sich hier auch ersäufen können

Lange wusste ich nicht, ob ich mich nun auf deutschem oder österreichischem Boden bewegte. Der Wald gab mir die Antwort.
Der Herbst hatte ihn Schwarz-Rot-Gold markiert.

Wald-Fahne

Wald-Fahne

Der Rest war ein Spaziergang. Die Iller entlang.

Fischerparadies

Fischerparadies

Bis Füssen. Gegen 16 Uhr fand ich ein Hotel.

Durst: Bier!

Hunger:
Zanderfilet in Dillsauce. Zander ziemlich trocken gebraten.

T178-Essen-01

Unterkunft: 65 Euro (mit Frühstück).

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