Uneingeschränkt zufrieden erreiche ich Konstanz und noch mehr

Kalt! Aber Frühsonne. Halb neun.

Im Mittel ziemlich alt

Im Mittel ziemlich alt

Ich beschloss von Stein aus auf der nördlichen Rheinseite weiterzulaufen. Also zuerst auf der deutschen Seite.
Ich wollte bis Konstanz kommen. 24 km. Nicht so weit.

GPS-171-Stein

GPS-Gesamtstrecke bis 171

In Null Komma Nix die Schweiz wieder verlassen und Deutschland betreten. (Hätte ich meinen Pass stempeln lassen müssen, wäre er nur auf dieser Tour voll geworden. So viele Grenzübertritte an zwei, drei Tagen. Aber Pässe – was war das nochmal in Europa?)

Der Rhein gab sich unnahbar.

Fern und doch nah

Fern und doch nah

Und der Rheinuferweg entfernte sich immer mehr vom Ufer. „KEIN DUCHGANG!“, „PRIVAT!“.
Deutschland! Zugebaut! 90 Prozent des Ufervermögens befinden sich in der Hand von 5 Prozent der Uferlos-Vermögenden!
Da wird man noch wider Willen zum Marxisten!
Kampf für den Freien Uferblick!

Nah und doch so fern

Nah und doch so fern

Villa nach Villa mit exklusivem Strandzugang.
Die Zweitwagen passen nicht mehr in die Garagen.

Nahverkehr der Anlieger

Nahverkehr der Anlieger

Öffentlichen Zugang zum Rhein gab es auf dieser Strecke nur, wo es auch eine öffentliche Toilette gab.
Anyway – nicht so kleinkariert denken! Dort, wo der Rhein sich für die Sterblichen blicken ließ, zeigte er sich von seiner malerischen Seite.

T171-Rheinblick-01-imp

Dabei zweifelte ich manchmal, ob das noch der Rhein oder schon der Bodensee war.

(H)öffentlich

(H)öffentlich

Sicher war nur: Auf der gegenüberliegenden Seite lag die Schweiz und ich lief in Deutschland umher.

On the other side

On the other side

Aber war dieser Fischer jetzt Schweizer oder Deutscher? War er Bodensee- oder Rheinfischer? Was sagte die Europäische Union dazu?

Fischt nicht im Trüben

Fischt nicht im Trüben

Wie auch immer. Ein Zeppelin zeigte mir an, dass ich mich in Bodenseenähe bewegte.

brennt nicht

brennt nicht

In Hemmenhofen bestieg ich eine Fähre, um mich auf die Schweizer Seite zu beamen. Zum einen, um mich anständig von den Eidgenossen zu verabschieden. Zum anderen war es der einzige Weg, um heute noch Konstanz zu Fuß zu erreichen.

Im Rheindörfchen Steckborn könnte man gut Venedig Filme doubeln.

Canale Grande

Canale Grande

Spätestens bei Berlingen weitete sich der Rhein zum Bodensee. Grandios! Schwäbisches Meer!

Blick weiten

Blick weiten

Ich beobachtete einen älteren Herren mit weißem knautschigen Schlapphut, wie er locker ein Speedboot zu sich heranzog und zum Ausflug sattelte.

„Gute Fahrt“ rief ich ihm hinterher. Er drehte sich um und öffnete sein Herz:

Maurer habe er gelernt. Dann habe er sich spezialisiert und sich selbständig gemacht. 35 Jahre habe er so malocht.
Jetzt, mit 73 sei es Zeit zu genießen.

Satisfy your mind

Satisfy your mind

Mit einer Hand wies er zum Ufer und zeigte mir sein Haus, auf dessen Balkon seine Frau stand und ihm zuwinkte.

Kein schöner Land als hier!

Mit seinem Speedboot fuhr er zu seinem eigentlichen Schiff, das weiter draußen im Wind schaukelte.

Ein herzliches "Auf Wiedersehen!"

Ein herzliches „Auf Wiedersehen!“

Die uneingeschränkte Zufriedenheit dieses Mannes mit sich und seinem Leben beeindruckte mich.

Das Schweizer Ufer – anders als in Deutschland – öffentlich zugänglich. Der Uferweg meist dicht am Wasser, nur ganz am Schluss entfernte er sich und führte durch Bio-Äcker zur deutschen Grenze.

Bio bis zum Horizont

Bio bis zum Horizont

Moderne Kartoffelbauern haben keine Schwielen mehr an den Händen.

Kartoffelgräber

Kartoffelgräber

An der Stadtgrenze zu Konstanz: ein verlassenes Zollhaus.
Wie liebe ich Schengen!

Exit Schweiz

Exit Schweiz

Nach 7 Stunden das Zentrum Konstanz‘ erreicht.

Die Stadt wegen Überfüllung geschlossen.

Have fun

Have fun

Messen, Indian Summer Wochenende, Oktoberfest.

Hicks

Hicks

Kein Zimmer! Zig Hotels besucht. Zigzig Hotels angerufen. Nix!
Ich musste die schöne Konstanzer Kurtisane Imperia verlassen!

Big breasted woman

Big breasted woman

Mit dem superschnellen Katamaran setzte ich ans andere Ufer über.

I'd rathe go wild

She’d rather go wild

Nach Friedrichshafen. Dort fand ich Quartier.

Hunger: Wildgulasch. Richtig klasse!

T171-essen-01

Angenehme Unterkunft. Gasthof von Familie in 4. Generation geführt.

65 Euro (mit (super) Früstück).

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