Auf Kaisers Stuhl bis Breisach

Kaiserstuhl!

Wow!

Wow!

Vom Elsässer Weinland ins Badische Weinparadies.

Um 9 Uhr in Sasbach aufgebrochen. Ich hatte vor rund 19 km zu wandern. Durch Weingärten bis nach Breisach.

GPS-163-Sasbach

GPS-Gesamtstrecke bis 163

Der Morgenhimmel über den Weindörfern noch mit Schlafdreck verschmiert.

Gegenlicht verschönert

Gegenlicht verschönert

Auf den Friedhöfen ist Platz. Entweder wollen die Leut‘ nicht mehr sterben. Oder es gibt neben der Landflucht auch eine Friedhofsflucht. (Friedwald? Urnen? Seebestattung?)

Pflanz  Blumen auf meinem Grab

Pflanz Blumen auf mein Grab

Dörfer mit klingenden Namen: Achkarren, Bickensohl, Ihringen, Bischoffingen, Burkheim.
Einige meiner Lieblingsweingüter liegen hier. Dr. Heger, Huber, Johner …

Kaiser's Stuhl?

Kaiser’s Stuhl?

Landwirtschaft ist hier immer noch Familienbetrieb. Kleine Hektarzahlen.

Konzentriert

Konzentriert

Dieser Landwirt bot mir einen Sack seiner Früchte an. Ich hatte aber schon genug zu tragen. So aß ich im Stehen zwei drei Zwetschgen und hörte mir das typische Jammern eines Bauern an. Klimawandel. Lange kein Regen, dann zuviel auf einmal. Handelsketten, die den Preis diktierten. Ich unterbrach sein Lamento und wollte wissen, wie man hier denn mit den Franzosen auskomme.
Seine Antwort: Ich solle mal im Ort in den Aldi und Lidl gehen. Nur Franzosen, die einkauften. Denen ginge es überhaupt nicht gut, also suchten sie sich in Deutschland die Billigheimer. Und überhaupt: Die würden so schlecht Deutsch sprechen, obwohl sie doch Elsässer seien.
Danach bekamen auch noch polnische Saisonarbeiter ihr Fett ab.

Auch bei der Sache

Auch bei der Sache

Schließlich erklärte der Bauer die Welt für verrückt. Manche seiner Kollegen würden übergroße Zwetschgen (oder sagte er Pflaumen?) züchten, die überhaupt nicht für den Verzehr bestimmt seien. Nur zur Dekoration.

Sein Sohn schüttelte dazu – auf der Leiter – ungläubig den Kopf.

Der Sohn will höher hinaus

Der Sohn will höher hinaus

Ich verabschiedete mich höflich und zog weiter durch das Herz des Kaiserstühler Weinlandes.

Die Dörfer schnörkelos, bei weitem nicht so herausgeputzt wie im Elsass.

Alles eine Spur kleiner

Alles eine Spur kleiner

Ich bedauerte, dass die Besenwirtschaften erst am späten Nachmittag aufmachten.

Wie gerne hätte ich jetzt einen Weiß- oder Grauburgunder getrunken.
Der Kaiserstuhl ist Burgunderland.

Wie kommt die Traube ins Glas?

Wie kommt die Traube ins Glas?

Höllenlärm in den steilen Weinbergen. Einige Winzer sensten mit lauten Maschinen die Blätter von den Reben. Die Weintrauben sollten jetzt im Spätsommer noch einmal schattenfrei Sonne tanken.

Blattputzteufel

Blattputzteufel

Grand Canyon des Kaiserstuhls. Unten fließt der Wein-River!

Badischer Grand Canyon

Badischer Grand Canyon

Weinliebhaber sind nicht zwangsläufig gute Dichter.
An manchen Winzerhöfen eher schlichte Reime:

Land der Dichter

Land der Dichter

Der Tag hatte sich von mausgrau zu sonnengelb entwickelt.
Zumindest bis zum frühen Nachmittag.

Sonnenkraftwerk

Sonnenkraftwerk

Als ich gegen 15 Uhr 30 in Breisach ankam, drehte sich bereits das Wetter. Kurz vor Sonnenuntergang stoppte dann der Nieselregen und ich konnte über das Städtchen hinweg weit weit hinüber in die Vogesen schauen.

Über den Dächern von Breisach

Über den Dächern von Breisach

Durst: Spätburgunder von der Sasbacher Winzergenossenschaft. Einfach, aber angenehm.
Danach: ein Kaiserstühler Roter Cuvée (Landerer). Nix hängengeblieben.

Hunger: Stubenkücken auf Zucchini aus dem eigenen Garten. Von viel zu schwerer Soße erschlagen.

T163-Essen-01

Unterkunft: 65 Euro (mit Frühstück).

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