In Laufen hat das Laufen einen Anfang und ein Ende

Um halb neun meinen letzten „Braunen“ getrunken und Tschüss gesagt.

Abgeschlossen

Abgeschlossen

Salzburg erwachte gerade. Die Sonne durchstach an manchen Stellen pfeilscharf die Wolkendecke.

Ich hatte 20 Kilometer zu laufen. Bis ins deutsche Laufen an der Salzach.

GPS-192-Salzburg

Der Weg immer entlang des Flusses. Bis auf eine Ausnahme. Wegen einer kaputten Brücke musste ich einen 2 Kilometer langen Umweg gehen.

Das Ferne ist nah

Das Ferne ist nah

Außerhalb der Stadt die Strecke meist schnurgerade. Meist vollständig von Wald eingewattet.

Grenztunnel mit Licht am Ende

Grenztunnel mit Licht am Ende

Auf meiner gesamten Wanderung hatte ich so gut wie nie Angst gehabt – obwohl ich immer alleine unterwegs war, auch in Dunkelheit, auch an einsamsten Stellen.

Aber heute war mir irgendwie bang. Als könnte mich kurz vor Schluss meiner Wanderung noch irgendein Unglück anfallen. Ein verrückter Waldmensch, ein verzweifelter Dieb, ein Hirnschlag, die Faust Gottes. Irgendwas.
Ich traute der Stille nicht, schaute mich mehrmals um.

Entdeckte nichts, außer eines dieser für mich nicht entschlüsselbaren Graffiti unter einer Bahnbrücke.

Last picture

Last picture

Ich lief meinen Fünferschritt. 5 Kilometer die Stunde. Stoppte selten. Es gab eh kaum Fotomotive.

Kurz vor meinem Ziel blieb ich stehen. Hielt inne und schnaufte durch. Hinter mir die Alpen im Schnee.

Goodbye

Goodbye

Vor mir die Salzachbrücke.

Letzte Brücke

Letzte Brücke

100 Schritte noch.
Und meine Grenzwanderung war vorbei.

Nie mehr laufen

Nie mehr laufen

Um halb eins Laufen betreten.

Zu meiner Überraschung wurde ich erwartet. Von Resi.

Miss Germany hat gewartet

Miss Germany hat gewartet

Exakt an der Stelle, an der ich vor gut zwei Jahren, am 29.November 2011, meine Reise begonnen hatte.

Ich umarmte sie. Resi freute sich und sagte, dass sie stolz auf mich sei.

913 Kilometer war ich auf meiner jetzigen Etappe (in den letzten 5 Wochen) gewandert. Jetzt war ich am Ziel. Mein Ziel war der Anfang.

Ein klein wenig Statistik:

Insgesamt 192 Tage gelaufen. 4.571 Kilometer zurückgelegt. Einmal Deutschland komplett umrundet.

Ostgrenze: 1.492
Nordgrenze: 1.183
Westgrenze: 1.234
Südgrenze: 662

GPS-Gesamtstrecke-S

Ich aß einen Schweinsbraten (exzellent und reichlich), trank ein Hefeweizen.

The last Schweinsbraten

The last Schweinsbraten

Und setzte mich in den Zug: homeward bound!

Pause in Salzburg

Wolfgang A. am Mozartsteg getroffen. Er fror. Temperatursturz in Salzburg. Auf den Hügeln ringsum Schnee.

Wolfgang A. ein wenig grün im Gesicht.

Wolfgang A. ein wenig grün im Gesicht.

Ich durchstreifte mit ihm die nasskalte Altstadt. Wir hielten uns vorwiegend in Caféhäusern und Weinbars auf, die schon beheizt waren. Wolfgang A. schien ein wenig abgelenkt und hyperaktiv. Immer wieder unterbrach er unsere Unterhaltung und trällerte schnell eine Melodie in sein Diktafon. Scheint talentiert zu sein der junge Kerl.

Ich trank derweil weiter an meinem Grünen Veltliner. Er schmeckt mir, auch wenn es draußen kalt ist.

Auf Mozarts Spuren nach Salzburg

Fort, fort von diesem Ort.

Nein, so schlimm war es nicht. Ich hätte mir in der Früh gerne die Altstadt von Berchtesgaden noch einmal angeschaut. Niemand war jetzt unterwegs.
Nur – auf irgendeine Weise war mein innerer Motor auf „Weitergehen“ programmiert. Ich sattelte meinen Rucksack, stieg automatisch hinunter ins Tal und bereute, nicht wenigstens ein Foto von Berchtesgaden gemacht zu haben.

(Ich erinnerte mich, wie ich vor jetzt 4 Jahrzehnten einmal eine Amerikanerin in einem Zug animiert hatte, den Ortsnamen auszusprechen. „Brchtesgaaarten“. Sie hätte mich fast dafür geohrfeigt. Zu schwierig für jeden ausländischen Mund. Selbst für einen schönen.)

Die Berchtesgadener Ache, ein paar markante Landschaftszeichen und ein Radweg lotsten mich Richtung Salzburg. „Mozart-Radweg“ hatten Tourismusplaner die Strecke betitelt.

Übergroßer Hinkelstein

Übergroßer Hinkelstein

Mein heutiges Tagesziel: 26 Kilometer entfernt.

GPS-190-Berchtesgaden

GPS-Gesamtstrecke bis 190

„Wandern an den Grenzen Deutschlands“. Ich dachte darüber nach, warum ich in den letzten Tagen, ja Wochen kaum das Gefühl hatte eine Grenze zu begehen. Mal trennten die Gebirgszüge der Alpen Österreich von Deutschland radikal, mal war in den Tälern die Grenze nicht einmal mehr im Winzigen spürbar, so ähnlich sind sich Tiroler und Oberbayern. Selbst das Essen und die Speisekarten kopieren sie sich gegenseitig.
Wenn ich eine Grenze in den letzten Wochen spürte, dann war es meine eigene. Das Auf- und Abwandern in den Bergen hatte mich müde gemacht. Ich war froh, dass die Tour bald zu Ende war.

Green River

Green River

Kürbisse am Wegrand kündeten Halloween an.

Schwieriges Rätsel: Was passt nicht in die Reihe?

Schwieriges Rätsel: Was passt nicht in die Reihe?

In den Bergen schneite es heute bereits. Ich aber war im noch grünen Salzburger Tal angekommen. Auf 420 Meter hinabgestiegen.

Greenland

Greenland

Obwohl erst früher Nachmittag, graute es bereits um das Schloss Hellbrunn.

Standard

Standard

Um 15 Uhr 30 über den Mozartsteg in die Altstadt rechts der Salzach eingebogen.

Salty River

Salty River

Zum ersten Mal auf der Tour steckte ich mir earphones ins Ohr und hörte mir im beginnenden Regen eine Mozart-Arie an.
Soviel Klischee musste sein.
„Ruhesanft, mein holdes Leben“, aus der Oper „Zaide“. Dirigiert von Nikolaus Harnoncourt.

Durst: Grüner Veltliner.

Hunger: Hochzeitssuppe (Brühe mit Fleisch, Griesnockerl, Gemüseeinlagen). 5,50 Euro. Gut und reichlich.

T190-Essen-01

Wildschweinschnitzel. Zu trocken gebraten. 16,50 Euro.

T190-Essen-02

Unterkunft: teuer.

Zum Himmel über Berchtesgaden

Blau ist er nicht: der Himmel über Ramsau.

Himmelsdach

Himmelsdach

Auch nicht voller Putenengel und Bergfeen.

Kleiner als gesehen

Kleiner als gesehen

Er wirkt eher schmerzerfüllt, leidend, gequält. Nicht wirklich ein Paradies. Würde ich gerne in den Ramsauer Himmel wollen?

Größer als gedacht

Größer als gedacht

Unten auch nicht besser. Da liegt eine Leiche! Einfach so an der Straße.

Täglich laufen an ihr Dutzende Kinder vorbei. Warum werden sie nicht traumatisiert? Ist das christliche Leiden derart als Puppenspiel akzeptiert, dass der tägliche Anblick eines gefolterten Menschen nicht einmal ein kleines Kind aufregt?

Auch Knirpse durchschauen also den Theatereffekt der katholischen Inszenierungen?

Größer als winzig

Größer als winzig

Merkwürdiges Ramsau.

Schon immer hatte mich der Name des Ortes fasziniert. Der Dorfkern winzig. Aber in den Hügeln: Hunderte von Ferienhäusern im Alpenstil.
Äußerst beliebt.

Ich hatte Zeit heute. Wollte „nur“ ins nahe Berchtesgaden gehen, mit dem unbedeutenden Umweg über den Königssee. Kaum mehr als 15 Kilometer insgesamt.

GPS-189-Ramsau

GPS-Gesamtstrecke bis 189

Ein bisschen Berg.

Was rieselt ist ein Riesling?

Was rieselt ist ein Riesling?

Ansonsten langweilige Siedlungsstraßen. Fast jedes Haus bot Ferienzimmer an.

Bald war ich am Königssee. Einer der mythischen Orte in Deutschland.

Der kleine Hafen natürlich überlaufen. Lange zögerte ich, ob ich mich in eines der überfüllten Boote begeben sollte. Kälte, keine Sicht, Hunderte Chinesen und noch mehr fußlahme, aber laute deutsche Senioren sprachen dagegen.

Ich fuhr dennoch nach Sankt Bartholomä.

Der Schicksalsberg Watzmann nicht zu sehen. Nebel hing/floss ins Tal.

Entensee?

Entensee?

Mystical sea

Mystical sea

Take a photograph of me

Take a photograph of me

Purple Rain

Purple Rain

Ich betrat weder XL-Restaurant, noch Fischstube, weder Schänke noch Wallfahrtskapelle.
Ich ließ die Horden in Ruhe.

Und tuckerte mit der Masse zurück.

Crowded

Crowded

Nach Berchtesgaden nicht mehr weit zu gehen.
In der kleinen malerischen Altstadt keine Lust gehabt, Fotos zu machen. Völlig überfüllte Straßen. Trotz Regentag.
Das war nicht Bayern. Das war Disney-County.

Durst: Wieninger Bier. Fast süßlich. Schmeckte mir nicht. (Privatbrauerei. Seit 1813.)

T189-Bier01

Hunger: Im Ganzen gebratener Saibling. Ordentlich. (Zu teuer.)

T189-Essen-01-01

Unterkunft: 55 Euro (mit Frühstück.)

Im Schweinsgalopp und von Fliegenden Mäusen begleitet Ramsau erreicht

Der Tag fing mit einer Verrücktheit an. Kaum losgelaufen, dachte ich für einen Moment, eine fliegende Maus zu sehen.
Dabei war es nur ein kleiner Vogel mit einem verstümmelten Schwanz. Er konnte nicht mehr richtig navigieren und stümperte durch die Luft.

Ich nahm das kurze Gaukelspiel meines Gehirns als vorsichtiges Zeichen, dass ich langsam mit meiner Grenzwanderung zu Ende kommen sollte. Diese Schlussetappe dauerte nun fast schon 5 Wochen. Nicht nur für die Füße anstrengend.

Gottseidank war das nächste Tier, das mein Hirn als Ziege identifizierte, tatsächlich eine Ziege.

Sie meckerte mich an. Eindeutig!

Kein Frechdachs - Frechiege!

Kein Frechdachs – Frechziege!

Extra früh aufgestanden. Schnell gefrühstückt. Und doch wieder lange gebraucht, bis der Rucksack gepackt und ich vollständig angeschirrt war. Halb 9 losgelaufen.

Ich hatte vor, nach Deutschland zurück zu kehren. Nicht klar war mir, dass es die längste Strecke dieser Etappe werden würde. 43 Kilometer bis nach Ramsau im Berchtesgadener Land.

GPS-188-Waidring

GPS-Gesamtstrecke bis 188

Der Herbst war noch nicht alt, aber er fühlte sich wie Ende November an. Grau, kalt, neblig.

Eigentlich will ich grad raus!

Eigentlich will ich grad raus!

Erst kurz eine überhaupt nicht befahrene Landstraße gegangen. Anschließend am Ufer des Loferbaches entlang.
Ziemlich genau auf der Grenzlinie zwischen Tirol und Salzburger Land stand ein Denkmal für die Tiroler Freiheitskämpfer.

1809 dem Kaiser gewidmet.

Tiroler Stolz

Tiroler Stolz

Geehrt wurden die „Hervorragenden Anführer“ und „Hervorragenden Landesvertheidiger“, die im Kampf gegen Napoleons Truppen und bayerische Besatzer ihr Leben gelassen hatten.

Tiroler Stolz 2

Tiroler Stolz 2

Ich ging nur auf einem Wanderweg und wurde doch bombardiert mit tirolerischem Freiheitspathos.
Stellenweise klang es nationalistisch.

Tiroler Stolz 3 (Langsam wird's langweilig. )

Tiroler Stolz 3 (Langsam wird’s langweilig. )

Wurden Tiroler mal ausnahmsweise nicht vom Feind gemeuchelt, dann schlug die Natur unbarmherzig zu.

It never stops

It never stops

„Christliches Andenken an Simon Biechl,
geb. 1808. …
Er wurde (1872) bei Holzarbeiten, von einem Stein erschlagen.
Das ewige Licht leuchte ihm!“

Kann mir jemand erklären, wer diesem unglücklichen Mann so lange öffentlich das Andenken hält? Und was sich dahinter verbirgt?

Nach 2 1/2 Stunden schnell einen Braunen in Lofer getrunken. Netter Ort.

Farbe der Reinheit

Farbe der Reinheit

Ab hier folgte ich der Saalach. Ein ausgesprochen schöner Weg begleitete den grün sprudelnden Bergfluss bis nach Deutschland.

Simply red

Simply red

Simply green

Simply green

Der Grenzübertritt war nicht markiert. Tirol und Bayern verschmolzen ineinander.

Tirol=Bayen

Tirol=Bayen

Wenn es überhaupt eine Abwechslung unterwegs gab, dann mal ein kleiner Wasserfall.

Klein=Fein

Klein=Fein

Oder eine kaputte Wanderbrücke, die mich zwang, durch den Bach zu waten, der aber ziemlich seicht war.

Danger!

Danger!

Unterwegs – ich erinnere nicht mehr genau wo – eine Leberknödel-Suppe bei einem Metzger gegessen.

T188-Essen-01

Ich hatte Energiebedarf. 6 Stunden war ich nun bereits „on the run“. Und noch immer hatte sich nicht mein sonstiges „Wandergefühl“ eingestellt. Eine Art kreative Leere. Ein Nichts Denken, Vieles Sehen, sich von Einfällen anfallen lassen.
Ich war unruhig, fast nervös. Wie in den letzten Tagen häufiger schon, hatte ich keine Lust mich mit Leuten zu unterhalten. Ich war einsiedlerisch geworden.

Ziemlich genau an der Schneizelreuther Kirche beschloss ich, nicht den kurzen Weg nach Bad Reichenhall zu laufen, sondern den langen Aufstieg nach Ramsau.

Kirche als Wegscheide

Kirche als Wegscheide

Top

Top

Ein Pfad führte mich an Heuschobern vorbei, an denen Schilder vor „Bissigen Kreuzottern“ warnten.

Hier otter es!

Hier ottert es!

Ich fragte mich, ob die Bauern nur verhindern wollten, dass irgendwer in ihrem Stroh nächtigen wollte?

Wunderschön der Uferweg entlang der Saalach. Aber leider nur kurz.

Que belleza!

Que belleza!

Danach musste ich auf die Deutsche Alpenstraße wechseln. Und es ging für zwei Stunden steil, steil, steil nach oben.
Ich wollte durch anstrengendes Laufen meine anstrengenden Gedanken befrieden. Es gelang vollständig.
Der Anstieg war so kräftezehrend, dass ich gar nichts mehr dachte. Ich lauschte nur noch meinem eigenen Schnaufen.

Die Täler immer schluchtartiger, der Abend immer dunkler, mein Wunsch nach einem Bier immer überwältigender.

Bick nicht nach unten

Bick nicht nach unten!

Ziemlich genau um 19 Uhr in der Ortsmitte von Ramsau einen Gasthof gefunden. Nach 43 Kilometern und 10 1/2 Stunden Marschieren im Schweinsgalopp total ausgepumpt.

Riesendurst: Helles. Hofbrauhaus Berchtesgaden. (Seit 1645!!). Ausgesprochen schmackhaftes Bier.

T188-Bier-01

Hunger: Garniertes Sauerkraut. Mit Wellfleisch, Hausgeräuchertem, Würstl und Knödel. 8,90 Euro. Absolut klasse zubereitet!

T188-Essen-02

Unterkunft: 55 Euro (mit Frühstück).

An des Kaisers Nacktem Arsch vorbei nach Waidring

Der Wilde Kaiser zeigte sein altes Wolkenkleid. Ich hätte es ihm gerne ausgezogen, um seine nackte Pracht zu sehen.
Er sträubte sich – fast den ganzen Tag.

Dabei sieht der blanke Fels mit den markanten Zacken so großartig aus.
„Bergsteigers Grab“ wird ein Aufstieg genannt. Am Nackten rutschen viele aus.

Go Pink

Go Pink

Zufrieden hatte ich um 10 Uhr meine Unterkunft verlassen. „Glückshotel“ hatte sich der Betrieb genannt. Eine bleistiftschlanke Empfangsdame hatte mir gestern Abend einen Sonderpreis gemacht (Doppelzimmer ohne Einzelzimmerzuschlag) und sofort die Endorphinausschüttung in mir verdreifacht.
Am Frühstückstisch fand ich heute zudem einen Korb mit Wanderproviant vor (Flasche Sprudel, Snacks, vier Minitüten Gummibärchen und etwas Obst).
Ich merkte mit Erschrecken: Ich war emotional bestechlich.

Mein heutiges Ziel: Waidring. Ungefähr 26 Kilometer zu laufen.

GPS-187-Ellmau

GPS-Gesamtstrecke bis 187

Den zweiten Tag durchwanderte ich jetzt schon dieses Tal. Die meisten Häuser: reine Fassaden-Idyllen. Außen Bauernromantik. Innen Tourismusindustrie.

Und dennoch: Es gab die Erinnerung daran, wie es einmal war.
Blütenpracht auf den Balkonen.

Fleurop war hier

Fleurop war hier

Viele stattliche Häuser mit Giebelkreuz, Giebelhahn und Giebelglocke geschmückt.

Besser ein Hahn auf dem Dach

Besser ein Hahn auf dem Dach

Sogar noch bewirtschaftete Heuschober wirkten museal.

Alt geworden

Alt geworden

Was für ein Gefühl wäre es, so ein Haus das ganze Jahr zu bewohnen?

Balkonien

Balkonien

Oder so eines?

Sunny Side

Sunny Side

Oder vielleicht hier?

Traumlage

Traumlage

Wäre das Glück? Ein bisschen? (Oder ist Glück immer nur absolut und nie „ein bisschen“?)

Der Herbst schmierte seine Leuchtfarben verschwenderisch in die Blätterlandschaft.

Fallende Blätter = Fall

Fallende Blätter = Fall

„Blätter weg – Winter kommt“ sagte Wastl lakonisch. Fast hätte ich ihn überhört und ich war auch nicht sicher, ob er zu mir oder zu seiner Braut gesprochen hatte. Wastl war ein Tiroler Wetterfrosch, der aus allerlei kruden Anzeichen eine Klimaprognose erstellen konnte. Für übermorgen sagte er Schnee in den höheren Berglagen voraus und pustete aus vollen Backen schon mal ein paar Flocken hinaus.

T187-Wastl-01-imp

Ich packte Wastl samt Freundin in den Rucksack.Vielleicht konnte er mir noch nützlich sein.

Nach zweieinhalb Stunden stand ich im Zentrum von St. Johann in Tirol. Pittoresk.

Stadt-Bild

Stadt-Bild

Häuser wie Theaterkulissen.

Kunstvoll

Kunstvoll

Ich trank einen Grünen Veltliner und sah bestiefelten Damen zu, wie sie sich für den Winter präparierten (Mützenkauf!).

Danach erneut auf die Walz. Berg rauf, Tal runter. Aber meist einfaches Gehen.

Bequemer Weg

Bequemer Weg

Ab und zu fühlte ich mich beobachtet.

Big Cow is watching you

Big Cow is watching you

Mit der Landschaft war ich nun vertraut. Es gab kaum Abwechslung. Umso mehr weckten kleine „Kulturgüter“ mein Interesse. Wegkreuze. Oder Schilder wie dieses:

Gedenken

Gedenken

„Anno 1809, den 12. Mai, wurden Simon Stöckl, Witwer zu Bergstett,
Wofgang Oberhauser, Wirt zu Brixen, Christian Telfer,
Stefan Koller, Schickenlapp, Getraud Kogler, Dirn
am Weizenbichl, von Feindeshand hingemordet u. hier bestattet.
Vor der Geißel des Krieges bewahre uns o Herr! R.I.P.“

Einen Steinwurf weiter: Eine Kleinstkapelle mitten auf einer Wiese.

Gedenken 2

Gedenken 2

Erst als ich eintrat, entdeckte ich, dass sie den loalen Gefallenen des Ersten Weltkrieges gewidmet war.

Ist diese Art von namentlicher Erinnerung an die Toten aus 2 Jahrhunderten mehr als nur Warnung vor dem Blutzoll eines Krieges?

Gedenken-3

Gedenken-3

Ich wollte Wastl nach dieser Art der Tiroler Vergangenheitskultur befragen, aber Wastl war in neckische Spiele mit seiner Braut vertieft. Er funktionierte mein volles Bierglas zu einem Spiegelkabinett um.

Breites Grinsen

Breites Grinsen

Ärgerlich zog ich den Wetterfrosch hinter dem Glas hervor und sah erst jetzt, dass er ein Paradetiroler war. Hosenlatz, feste Bergschuhe, Tiroler Hut.
Mir wurde klar, dass die Tiroler vielleicht noch bessere Image-Vermarkter sind als die Oberbayern.
Das Besondere an den Tirolern. Sie pflegen ihr Bild eines rebellischen Bergvolkes.

T186-Wastl-04

„Alles Quatsch“ – hörte ich Wastl murmeln.

Kaiserwetter am Nachmittag. Wohl der letzte Sonnentag für längere Zeit.

Hinter jedem Hügel ein Kirchturm

Hinter jedem Hügel ein Kirchturm

Von der Ferne konnte ich plötzlich den Wilden Kaiser sehen. Er zeigte mir die Rückseite. Den nackten Arsch sozusagen. (Auf der Vorderseite war er war er wohl immer noch schamhaft verhüllt.)

Backside

Backside

Wiesen wie Meere, aus denen bewaldete Inseln aufstiegen.

Greenland

Greenland

Nach 7 1/2 Stunden erreichte ich Waidring. Das Dorf umgeben von Retortensiedlungen im Tiroler Landhausstil.

Retorten Dorf

Retorten Dorf

Durst: Ich blieb beim Grünen Veltliner.

Hunger: Geschmorter Wildschweinbraten mit Serviettenknödel, Rotkraut und Speckchips. Sehr gut. 12,90 Euro.

T187-Essen-01

Unterkunft: 55 Euro (mit Frühstück).

T186-Wastl-05

Going fast nach Going

Kühe, Industrie, Berge.
Erfolgsrezept Österreichs.
Ziemlich reich das Land. Auch wenn ständig gemeckert wird.

City Limits

City Limits

Brückenwochenende für die Deutschen. Sie hatten über ihren Nationalfeiertag (3. Oktober) den Nachbarn kurzzeitig wieder besetzt (friedlich).

Jetzt – Sonntag – strömten sie zurück (nicht friedlich). Ich versuchte den Autopuls zu messen. 30 gesehene und gehörte Karossen pro Minute! Alle zwei Sekunden pusteten ein VW, Daimler, BWW, Skoda und auch ein paar Motorräder ihre Abgase in die Alpen.

Out of limit

Out of limit

Die Alpen sind zuallererst Wirtschaftsraum und graue Steine, wenn man in sie hineinbohrt.

Deep down

Deep down

Heute hatte ich mir Zeit gelassen. Ich war müde, schon beim Aufstehen. Es gibt solche Tage. Erst um halb zehn hatte ich mir den Rucksack aufgebunden. Ich hatte mir vorgenommen bis Going zu laufen. Ich schaffte es nicht, suchte kurz davor eine Unterkunft: in Ellmau.
24 Kilometer weit weg.

GPS-186-Kufstein

GPS-Gesamtstrecke bis 186

Unfreiwillig hatte ich den schwierigen Weg gewählt. An manchen Tagen gelingt mir wenig.

1904 schuf ein kaiserlicher Ingenieur eines der ersten Hochdruck Kraftwerke in den Alpen.

Up Up to the sky

Up Up to the sky

Dummerweise folgte ich den alten Röhren und musste über Leitern, herausgehauene Stiegen und mit Drahtseilen gesicherte Minipfade mich in die Höhe wuchten. Ich verfluchte meine Entscheidung.

Stairways

Stairways

Kam aber an. Mit klopfendem Puls.
Jesus!

Schön da oben.

Wish to be here

Wish to be here

Schon bald zeigte sich das Ziel des ganzen Kraftwerksaufwandes. Der Hintersteinersee. Ein eiszeitlicher Gebirgssee, aus dem in der Neuzeit Strom gewonnen wird.

Liegt wunderschön.

Sea Sight

Sea Sight

Vor dem Abstieg zu ihm stärkte ich mich in einer Almhütte mit Apfelschorle und Weißbier.
Dann runter.
Meist aber nahm mir der Wald die direkte Sicht auf das Wasser.

Wald-Zaun

Wald-Zaun

Nur selten freie Schussbahn für meine Kamera.

So?

So?

Ich versuchte den Fotoapparat gerade auszurichten.

Oder So?

Oder So?

Spät gelang es mir.

Oder doch so ?!

Oder doch so ?!

Am Uferwald ein Andachtsort.
Die Gottesmutter (eigenartig stilisiert) am Fuß eines mächtigen Baumes, umgeben von merkwürdig aufgeschichteten Kieseln.
Offenbar mischte da jemand christliche und germanische Motive.

Was nun?

Was nun?

Er war es nicht. Er schipperte mit seinem seltsamen Traktor lediglich die Genossenschaftsmilch an die Sammelstelle.

Er stand nicht Kopf

Er stand nicht Kopf

Um halb fünf entschied ich mich, mein Quartier in Ellmau aufzuschlagen.
Hundemüde war ich und hatte noch nicht einmal eine Erklärung dafür.

So normal

So normal

Durst: Gösser Bier. Wässrig, kaum Geschmack. Obwohl die Brauerei eine unglaubliche Tradition hat. Schon 1459 in Dokumenten erwähnt!!!

T186-Bier-01

Hunger:
Tiroler Bauernschmaus. Selchfleisch, Schweinefleisch, Würstl, Speck, Sauerkraut, Semmelknödel. Sättigend. 11,90 Euro.

T186-Essen-01

Unterkunft: 45 Euro (mit Frühstück). Sehr zufrieden.

Alle Wege führen in den Nebel, nur einer nach Kufstein

Der heutige Tag begann wie der gestrige: der steile Anstieg sofort. Fünfhundert schweißtreibende Meter hoch gleich nach Frühstück. Dann ging es auf dem Bergkamm weiter.

Herbstalm

Herbstalm

Das Ziel: Österreich erreichen. Kufstein lag am nächsten. 25 Kilometer entfernt.

GPS-185-Bayrischzell

GPS-Gesamtstrecke bis 185

Um halb zehn aufgebrochen. Der Schlechtwettergott war aber früher aufgewacht und hatte den Wald schon eingenebelt. Er schickte mir Nieselregen als Dauerbegleiter.

Die Bauernhöfe am Berg massiv. Wie Trutzburgen. Aber doch auch elegant, stilvoll.

Wetterburg

Wetterburg

Alle Wege führten direkt in den Nebel hinein.

Nieselnebel

Nieselnebel

Egal, ob ich Berg hoch oder Berg runter lief.

Graunebel

Graunebel

Reichlich durchweicht erreichte ich eine (nicht sehr hoch liegende) Berghütte.
Der Kamin war bereits eingeheizt. Ich konnte meine Klamotten trocknen.
Die Wirtin servierte mir eine Flädle-Suppe. Das Fett schwamm in der Rindsbrühe. Schmeckte aber großartig.

In der Bauernstube wollten diesen Abend einige Volksmusiker eine Session veranstalten.

Bauernstube

Bauernstube

Ich bedauerte nicht dabei sein zu können.
Bei der wortkargen Stuben-Dame erkundigte ich mich, was das für ein merkwürdiges Instrument im Eck der Bauernstube sei.
„Teufelsgeige“ – die viersilbige Antwort.

Ich durfte sie fotografieren.

Teufelsgeige, Bettelgeige, Bumbass

Teufelsgeige, Bettelgeige, Bumbass

Ein Gaudi-Instrument, an dem gute Musiker allerdings verzweifeln. Bratpfanne, Blechbüchse, Ratsche, Becken, Schellen und sonstiger Kleinkram schicken ziemlich krachlederne Töne hinaus.

Den Berg hatte ich inzwischen überquert und ich stieg durch Wald nach Kiefersfelden ab. Die Baumkronen waren gegen Regen imprägniert und hielten ihn fern von mir.

Regendach

Regendach

Und plötzlich hatte ich ihn vor mir: den Inn!

Wie fotografiert man Luft?

Wie fotografiert man Luft?

Ich freute mich. Ein bisschen war es wie Heimkommen. Auf der allerersten Etappe meiner Grenzwanderung war ich dem Inn bereits ein gutes Stück gefolgt.

Verhüllter Zuckerhut

Verhüllter Zuckerhut

Der Kreis begann sich zu schließen. Ich war nicht mehr weit von meinem Ziel entfernt, Deutschland einmal zu umrunden.
7, 8 Tage fehlten jetzt noch.

Ich freute mich auch auf Österreich.

Beim Grenzübertritt begrüßte mich ein Kilometerstein mit einer Null.

Kilometer-Eichung

Kilometer-Eichung

Ziemlich genau um 17 Uhr überquerte ich den Fluss und betrat Kufstein.

Finde die Brücke

Finde die Brücke

Durst: Grüner Veltliner.
Hunger: Ochsenfleisch mit Kren, Kartoffeln und Gemüseallerlei. Ordentlich (aber nicht fein). 12,50 Euro.

T185-Essen-01

Zum Zither Maxl nach Bayrischzell

Schön und traditionell sehen die Bauernhäuser immer noch aus.
Doch wo einst der Kuhstall war, ist eine Küche, die Platz für eine ganze Kochbrigade bereit hält.
Wo einst die ausladenden Familientische aus Eiche standen, sind riesige Gastzimmer entstanden.
Bauern, die in den 80ern oder 90ern schlau waren, konnten sich ein noch größeres Haus erkochen.

Mehrgenerationenhäuser sind das nicht mehr. In den Zimmern der Opa-Omas, der Kinder-Kindeskinder, der Mägde-und-Knechte schlafen heute Touristen aus aller Herren Länder.

Schlaubauernhäuser

Schlaubauernhäuser

Töchter und Sohn helfen nur aus, wenn sie mal selbst ein Wochenende im Elternhaus verbringen.
Die Bedienungen mittlerweile international.

Nur: Deutsch müssen sie sprechen können. Wie Edda es tut! Fast akzentfrei.

T184-Edda-03-imp

Edda – so erzählte sie mir gestern Abend – stammt aus Siebenbürgen. Sie spricht rumänisch und italienisch. Und natürlich Hochdeutsch. Vor drei Jahren verließ sie Rumänien. Erst jobbte sie in Italien. Die Wirtschaftskrise dort verschlug sie schließlich nach Bayern. Viele Deutsch sprechende Rumänen und Bulgaren arbeiteten heute als Servicekräfte in der bayerischen Gastronomie.

Edda hatte mitbekommen, dass ich nach Österreich gehen wollte. Sie fragte, ob ich sie mitnehmen könnte. In den Tiroler Feriengebieten würde man noch besser als hier verdienen.
Ich packte sie in meinen Rucksack und zog los.

Mein Tagesziel heute: Bayrischzell. Ca. 22 km zu laufen. Nahe an der österreichischen Grenze.

GPS-184-Rottach-Egern

GPS-Gesamtstrecke bis 184

Der schweißtreibende Anstieg gleich zu Beginn: 500 Höhenmeter hochgekämpft und sofort wieder die Höhe verloren. Runter bis zu den Fischerhäuschen am Schliersee.

Privatsteg

Privatsteg

Augenblicklich Hunger und Durst gestillt.
Zu Weißwürsten mit Brez’n ein anständiges Hefeweizen.
Es schmeckte saugut. (Wenn ich es richtig auf dem Bierdeckel gelesen habe, geht die Brautradition von Arco auf das Jahr 1630 zurück!)

T184-Bier-01-imp

Dann wieder hoch (beliebtes Alpenspiel). Schöne Weiler. Oder Aussiedlerhöfe. Einsam jedenfalls.

Grün-Idyll

Grün-Idyll

Wäre ich Pilzkundler, würde ich unterwegs nicht verhungern.

T184-Pilz-01

Edda hatte beim Anblick eines Fliegenpilzes eine Idee. Sie würde gerne Dirndl im Fliegenpilzmuster entwerfen. Das sei sicher ein gutes Geschäft, da ja heute alle jungen Mädels Dirndl als Partykleidung kauften.
Ich ließ sie träumen.

Drugs, Alcohol and Dirndl

Drugs, Alcohol and Dirndl

Am Wegrand Bildstöcke. Mit Maria in einem rotweißen fliegenpilzähnlichen Tuch.
„Siehst Du!“ rief Edda.

Drugs, Religion and Dirndl

Drugs, Religion and Dirndl

Stele

Stele

Ziemlich genau gegenüber eine Gedenktafel für den 1878 verunglückten Dorfpfarrer. Hatte er zu viel rotweißen Röcken nachgeschaut, statt auf den Weg zu achten?

Gottes Zorn trifft auch die Frommen

Gottes Zorn trifft auch die Frommen

Wer hat heute noch Erinnerung an diesen Gottesdiener? Und warum wird immer noch seiner gedacht? Nach 140 Jahren.
Niemand antwortete mir.

Es regnete. Mal stark, mal schwach. Der Wendelstein befreite sich kurz von den Wolken und simulierte Sonnenherbst.

Zeig Dich!

Zeig Dich!

In den Dörfern trieben Bäuerinnen derweil die Kühe von der Weide in den Stall.

Cows and Cowgirl

Cows and Cowgirl

Der Tag graute mächtig.
Nach 7 Stunden in Bayrischzell eingelaufen. Langweiliges Kaff.

Der verlorene Charme der bayerischen Bourgeoisie

Der verlorene Charme der bayerischen Bourgeoisie

Riesenhunger:
Kraftbrühe mit Brätnockerl. Klasse! 3,50 Euro.

T184-Essen-01-imp

Schweinsleber in Majoransauce mit Salz-Kartoffeln. Sensationell gut. 9,50 Euro. (Und verdammt viel.)

T184-Essen-02-imp

Die Bedienung outete sch als nostalgischer Verehrer von Prinzregent Luitpold, der um die Jahrhundertwende (1900) das Schicksal Bayerns bestimmte.

Offenbar gibt es immer noch Monarchisten in diesem bayerischen Winkel.

Zum Essen gab’s Stub’nmusi. Genialer Zitherspieler. Er erfüllte mir den Wunsch: „Hary-Lime-Thema“ von Anton Karas. „Der Dritte Mann“.
Er ließ sich in Euro, aber noch lieber in Naturalien zahlen. Vorzugsweise Averna oder ein lokaler Kräuterschnaps.

Der Dritte Mann

Der Dritte Mann

Danach gab er mir einen Volkshochschulkurs: Herzog Maximilian von Bayern war einst ein großer Förderer des Zitherspielens. Zither-Maxl nannte ihn der Volksmund.

Der Mann an der Zither spielte besser als er erzählen konnte.
Was für ein Abend!

Unterkunft: 55 Euro (mit Frühstück).

Edda kümmerte sich in der Nacht rührend um die gebrochene Hand von Paule.

Wahre Liebe ist ....

Wahre Liebe ist ….

Mit fallendem Herbstlaub nach Rottach-Egern

Manchmal erschreckten mich fallende Herbst-Blätter, wenn sie meinen Kopf streiften.
Manchmal lösten sich kleine Ästchen von den Bäumen und schwebten langsam zu Boden, getragen von drei, vier Fallschirmen, die wie Herbstlaub angemalt waren.

Schneisenwald

Schneisenwald

Zum ersten Mal hörte ich einen Hirsch in freier Wildbahn röhren. Ich war beeindruckt. Sehr weit weg kann er nicht gewesen sein. Oder er hatte ein ungemein kräftiges Organ.

Ich folgte einem schönen Waldpfad. Auf meinem Weg nach Rottach-Egern. 40 km entfernt.

GPS-183-Vorderriess

GPS-Gesamtstrecke bis 183

Eigentlich wollte ich früh aufbrechen. Aber der Gasthof, in dem ich übernachtet hatte, war im Feiertagstrott und entließ mich erst um halb neun.

Aus dem Bergwald wechselte ich bald in das Bachbett der Isar. Schöner Auenwald.

Tal der Weiß-blauen Berge

Tal der Weiß-blauen Berge

Angeblich ist die Obere Isar noch der einzige Wildfluss Deutschlands.

Das Wasser: quellklar.

Bayerischer Urquell

Bayerischer Urquell

Schon bald war es jedoch vorbei mit der Wildheit. Die Isar wurde aufgestaut zu einem künstlichen See, dem man das Menschengemachte nicht ansah.

Smaragküste

Smaragküste

Wieder Glücksgefühl. Ich kann es nicht erklären warum.
Ähnliches Empfinden wie unterm Gipfelkreuz. Irgendetwas Reines, Befreites. Auf irgend eine Weise eingebunden in die Welt.

Studie in Blau

Studie in Blau

Ich streifte das Ufer des Sylvensteinsees entlang. Konnte den Finger nicht vom Foto-Aulöser nehmen. Er war festgeklebt.

Studie in Blau Grün

Studie in Blau Grün

Studie in Blau und Weißblau

Studie in Blau und Weißblau

Studie in Weiß-Blau 2

Studie in Weiß-Blau 2

Studie in Weiß-Blau 3 (mit ein paar Farbeinsprengseln).

Studie in Weiß-Blau 3 (mit ein paar weiteren Farbeinsprengseln).

Ein paar Fischer waren auf dem Stausee, ich konnte nicht erkennen, ob sie einen Fisch an ihren Angelhaken hatte.
Ich fragte mich, wieso ich nie Anglerinnen oder Fischerinnen sah?
Wieso war dies eine reine Männerdomäne?
Hatten Frauen keine Zeit, Zeit zu verschwenden?

Beute(l) ?

Beute(l) ?

Gegen halb eins dem Sog des Sees entkommen und durch einen Fußgängertunnel den Weg Richtung Lenggries eingeschlagen.

Das Ende zu sehen

Das Ende zu sehen

Noch einige Zeit folgte ich der Isar, die aber durch den Stausee gezähmt war.
Anschließend musste ich einen Berg queren. Von 600 auf 1.000 Meter Höhe. Dann wieder rutschige Wege hinunter, manchmal durch kleine steinige Bachläufe stiefelnd.

Rutschpfad

Rutschpfad

Entlang besonders tief eingeschnittener Schluchten arbeitete ich mich schließlich bis 16 Uhr in das Weißach-Tal hinunter.

Vorsicht!

Vorsicht!

Noch lagen 4 1/2 Stunden vor mir. Immer dem Flüsschen folgend. Ich durchrannte das legendäre Wildbad Kreuth und auch Kreuth selbst. Es wurde dunkel und ich hatte Mühe, in den Kuhwiesen den Pfad zu meinem vorreservierten Gasthof zu finden.
Ein funkelnder Sternenhimmel beleuchtete mir ein wenig den Weg.
Der Kleine Bär über mir weinte Sternschnuppen. Er konnte den Großen Bären, der sich hinter eine Wolke aufhielt, nicht sehen.
Halb neun war ich in Rottach-Egern.

Riesenhunger: Hirschsteak mit Champignons und Butterspätzle. Exzellent. 18 Euro.

T183-Essen-01

Unterkunft: 50 Euro (mit Frühstück)